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Billrothstraße 1, 9800 Spittal/Drau

10.05.2021

Abwechslungsreiche Arbeitstage für Ärztinnen und Ärzte

Von geplanten Operationen bis zur Akutversorgung nach Unfällen.

Nicht nur in Notsituationen, sondern bei jedem operativen Eingriff ist das Krankenhaus Spittal/Drau ein wichtiger Partner für die Bevölkerung in Oberkärnten. In dem früher als Unfallchirurgie bekannten Fachbereich Orthopädie und Traumatologie werden heute nicht mehr nur Verletzungen nach Unfällen, sondern auch jegliche Einschränkungen des menschlichen Bewegungsapparates behandelt. Dr. Christian Wurzer, der neue erste Oberarzt der Abteilung im Krankenhaus Spittal/Drau, erzählt vom großen Spektrum dieses Fachgebiets und seiner Faszination für den Beruf.

Herr Dr. Wurzer, wie sind Sie zu Ihrer medizinischen Spezialisierung gekommen?

Ich hatte eigentlich immer schon die Intention, in der Unfallchirurgie oder zumindest in einem chirurgischen Fach tätig zu sein, weil ich gerne hand- Abwechslungsreiche Arbeitstage für Ärztinnen und Ärzte Von geplanten Operationen bis zur Akutversorgung nach Unfällen werklich arbeiten wollte. Im Krankenhaus Spittal/ Drau gehe ich dieser Leidenschaft bereits seit 2007 nach.

Wie ist die Abteilung im Krankenhaus Spittal/ Drau aufgestellt?

Ein Team bestehend aus insgesamt 13 Ärztinnen und Ärzten sowie ein großes Team von diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegekräften arbeitet gemeinsam daran, unsere Patientinnen und Patienten auf höchstem Niveau zu versorgen. In einem Bezirkskrankenhaus wie hier sind dank ihrer breiten Ausbildung praktisch alle Ärztinnen und Ärzte qualifiziert, unterschiedlichste Arten von Behandlungen in unserem Bereich durchzuführen. Zusätzlich sind alle bei uns in der Abteilung auch auf ein Teilgebiet spezialisiert. Bei mir sind das die Hand- und Fußchirurgie sowie die Endoprothetik, also der Gelenksersatz an Hüfte und Knie.

Wie unterscheiden sich die beiden Bereiche Traumatologie und Orthopädie?

In der Traumatologie geht es um die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten nach Unfällen. Dabei behandeln wir ein breites Spektrum an Verkehrs-, Arbeits-, Freizeitoder Sportverletzungen. Von Brüchen über die Wundversorgung bis hin zum operativen Eingriff ist alles dabei. Dementsprechend kann man sich darauf auch nicht wirklich vorbereiten. Man muss sich rasch auf die Situation einstellen und in kurzer Zeit gute Entscheidungen treffen. Ein hohes Maß an flexiblem Denken, Erfahrung und Improvisation sind in diesen Situationen erforderlich, um im Sinne der Patientinnen und Patienten das bestmögliche Ergebnis zu erreichen. In der Orthopädie haben wir es zu 95% mit geplanten Operationen zu tun, in denen wir Abnutzungserscheinungen an den Gelenken behandeln, neue Gelenke einsetzen, chronische Beschwerden oder schon ältere Verletzungen behandeln. Diese Operationen sind sehr standardisiert und erfordern einen anderen Zugang.

Gibt es bei Ihnen so etwas wie einen klassischen Arbeitstag?

Nein, genau das macht meine Arbeit auch so spannend. Es ergeben sich sehr oft Änderungen, die eine Adaption des Tagesprogramms notwendig machen und, wie bereits gesagt, auf viele Ereignisse am Tag kann man sich einfach nicht vorbereiten. Es ist eine Herausforderung, dass nicht jeder Tag gleich abläuft, aber genau das ist es auch, was den Beruf auch nach 20 Jahren noch interessant für mich macht. Was meine unterschiedlichen Arbeitstage jedoch gemeinsam haben, sind die chirurgischen Eingriffe. Ich verbringe sehr viel Zeit im Operationssaal, an besonders extremen Tagen sind es bis zu acht Operationen an einem Tag. Zusammengerechnet komme ich in einem Jahr auf ungefähr 350 Operationen. Hochgerechnet auf unsere gesamte Abteilung sind es ca. 2.600 Operationen im Jahr.

Welche Rolle spielen tagesklinische Eingriffe in Ihrer Abteilung?

Bei den geplanten Operationen können wir viele chirurgische Eingriffe so durchführen, dass unsere Patientinnen und Patienten in der Früh zu uns ins Krankenhaus kommen und bereits am Nachmittag bzw. am Abend wieder entlassen werden können. Gewisse Arten von Operationen finden generell tageschirurgisch statt: Dazu zählen minimal invasive Eingriffe wie z.B. kleine Hand- und Fußoperationen oder Metallentfernungen, aber auch Gelenksspiegelungen. Das funktioniert nicht nur sehr gut, sondern unsere Patientinnen und Patienten schätzen das auch sehr.

Welchen Einfluss hat die COVID-19 Pandemie auf Ihre Arbeit?

Da im Krankenhaus Spittal/ Drau ein großer Anteil an COVID-19 Patientinnen und Patienten in der Region versorgt wurde, mussten wir, speziell zu Beginn der Pandemie im März 2020, viele geplante Operationen verschieben. Aus Kapazitätsgründen wurden nur akute Eingriffe durchgeführt. Heute haben wir alle verschobenen Operationen nachgeholt und spüren die Pandemie in anderer Form: Die Zahl der akut zu behandelnden Unfälle ist heuer deutlich zurückgegangen, da die Menschen insbesondere im Winter weniger sportlichen Aktivitäten nachgegangen sind und aufgrund des fehlenden Tourismus insgesamt weniger Menschen vor Ort waren.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ich hoffe, dass die ausgezeichnete Zusammenarbeit und Kommunikation bei uns im Haus erhalten bleibt. Ich schätze das freundliche Arbeitsklima und den Umgangston, den wir mit allen Kolleginnen und Kollegen im Haus pflegen, sehr. Für unsere Abteilung wünsche ich mir, dass wir weiterhin mit der modernsten Technologie und den neusten Verfahrensweisen arbeiten und uns dahingehend immer weiterentwickeln.

Krankenhaus voll in Betrieb

Das Krankenhaus Spittal/Drau hat seit Beginn der Pandemie vor einem Jahr umfassende Schutzmaßnahmen für seine Patientinnen und Patienten ebenso wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter getroffen, die laufend neu bewertet werden. Die ausgezeichneten Sicherheitsvorkehrungen ermöglichen auch einen weiterhin aufrechten Krankenhausbetrieb. Das bedeutet, dass  alle medizinischen Leistungen im Krankenhaus Spittal/ Drau auch während der Pandemie verfügbar sind.

Bild 1: EOA Dr. Christian Wurzer ist leidenschaftlicher Chirurg.

Bild 2: Primar Dr. Wolfgang Kukutschki (li.) und EOA Dr. Christan Wurzer (re.) arbeiten seit kurzem gemeinsam an der Spitze der Abteilung für Traumatologie und Orthopädie.