Textgröße: A A A DOWNLOADS
Billrothstraße 1, 9800 Spittal/Drau

19.10.2018

Das Krankenhaus Spittal auf der Gesundheitsmesse

Die Gesundheitstage touren wieder durch Kärnten und machen heuer zum dritten Mal Station in Spittal.

Am 20. Oktober 2018 können sich Interessierte einen ganzen Tag lang rund um das Motto „Mein Körper und ich“ im Schloss Porcia informieren. Die Gesundheits- und Sportmesse lädt zu einer Ausstellung über das breite Gesundheitsangebot in der Region, Vorträgen zu diversen Gesundheitsthemen und zum Austausch mit Experten vor Ort ein. Als medizinische Versorgungseinrichtung für die Menschen Oberkärntens engagiert sich das Krankenhaus Spittal/ Drau auch in diesem Jahr als Kooperationspartner der Gesundheitstage.

Das geht an die Nieren

Um 9.30 Uhr können Besucherinnen und Besucher ihren Messetag gemeinsam mit EOA Dr. Karin Egarter- Scheiflinger starten. Mit ihrem Vortrag „Wenn die Nieren versagen - Dialyse“ möchte sie Bewusstsein für die Nierenschwäche schaffen und aufklären. „Es gibt immer mehr Menschen, die an chronischer Niereninsuffizienz leiden,“ so die Leiterin der Dialyse und Nierenambulanz.

Allein in Österreich sind derzeit ca. 400.000 Personen betroffen, Tendenz steigend: Die höhere Lebenserwartung der Bevölkerung gepaart mit der Abnahme der Nierenfunktion mit dem Alter erklärt die wachsenden Zahlen. Das größte Problem dabei sieht die Expertin in der fehlenden Diagnose: „Eine Nierenschwäche ist leider sehr häufig unterdiagnostiziert, da sich Veränderungen schleichend ergeben. Es gibt keine typischen Symptome, am Anfang spürt man es auch nicht.“ Doch gleichzeitig beruhigt die speziell in Nephrologie ausgebildete Fachärztin auch: „Bei frühzeitiger Erkennung können geeignete Maßnahmen gesetzt werden, um die Dialyse, also die Blutwäsche zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern. Entwickeln Sie ein Bewusstsein für Ihren Körper und achten Sie auf sich. Halten Sie sich gesund und fit und vergessen Sie nicht auf regelmäßige Gesundheitskontrollen.“ So kann jeder das Motto der Messe „Mein Körper und ich“ einfach in die Tat umsetzen.

Sich keinen Bruch heben

„Leistenbruch, Bauchwandbruch und andere Hernien – ein Fall für den Chirurgen“ so der Vortrag von OA Dr. Franz Scheiflinger um 12.00 Uhr. Was sich im ersten Moment kompliziert anhört, erklärt der Oberarzt der chirurgischen Abteilung ganz einfach: „Hernien sind ein Überbegriff für Erkrankungen, die wir umgangssprachlich als Bruch bezeichnen.“ In Form von Leisten-, Bauchwand- oder Nabelbrüchen treten sie weitaus häufiger auf, als vermutet.

Allein im Krankenhaus Spittal/Drau finden 300 bis 400 Operationen dieser Art pro Jahr statt. Dass nicht die Operation, sondern die Erkrankung selbst gefährlich ist, darüber möchte der Experte informieren: „Ein vorhandener Bruch kann für Patientinnen und Patienten gefährlich werden, daher ist eine rasche Behandlung wichtig. Operationen können mittlerweile sehr elegant und minimalinvasiv stattfinden. Und das ohne lange stationäre Aufenthalte und anhaltende, große Schmerzen“. Der Facharzt berichtet, dass das Krankenhaus Spittal/Drau auch in diesem Bereich höchste Qualitätsansprüche hat: Aktuell nimmt das Krankenhaus Spittal/Drau neben weiteren Spitälern in Österreich, Deutschland und der Schweiz an der Herniamedstudie teil, um die Ergebnisse und die Qualität der Hernienchirurgie laufend zu verbessern.

Mut zur Narkose

OA Dr. med. Hemma Aschenwald bildet um 16.30 Uhr den Abschluss der Vortragsreihe. Die Oberärztin für Anästhesie möchte den Besucherinnen und Besuchern anlässlich des Anästhesietages am 16.10. die Angst vor einer Betäubung nehmen: „Patientinnen und Patienten ist oft nicht klar, wie eine Narkose eigentlich abläuft. Viele haben mehr Angst vor der Narkose, als vor der eigentlichen Operation. Deshalb bemühe ich mich um Aufklärung.“

Unter anderem wird sie in ihrem Vortrag verschiedene Arten der Narkose und einige Abläufe bildlich erklären. Auch Sicherheit wird ein Thema sein: „Anästhesie ist in den letzten20 Jahren viel sicherer geworden. Heute ist es möglich, sogar Frühgeborene oder Menschen mit schweren Vorerkrankungen zu operieren.“ Zum Motto „Mein Körper und ich“ nimmt auch die Anästhesie Bezug, da dieses medizinische Feld die Überwachung der Körperfunktionen im Zentrum hat.

Wieder fit wie ein Turnschuh

Das Krankenhaus Spittal/ Drau macht die hohe Qualität der Versorgung auch mit einem eigenen Stand auf der Messe erlebbar. In diesem Jahr können sich Besucherinnen und Besucher über Akutgeriatrie und Remobilisation informieren. „Wir konzentrieren uns darauf, ältere Menschen nach einem Krankenhausaufenthalt wieder fit für den Alltag zu machen. Sie sollen auch nach Stürzen oder akuten Erkrankungen wieder gut Zuhause zurechtkommen“, erzählt Bereichsleiterin Veronika Kaaser. „Wir möchten bereits davor ansetzen und dafür sensibilisieren, dass und wie viele Stürze vermeidbar wären. Und selbst wenn einmal etwas passiert, gibt es professionelle Unterstützung.“ Bei der Messe stehen zwei Fachexperten mit Tipps und Tricks ebenso wie für Fragen zur Verfügung.

Der Stand lädt außerdem zum Ausprobieren verschiedener Hilfsmittel wie zum Beispiel Gehbänke, Rollatoren oder auch therapeutische Greifhilfen ein.

Alle Wirbel in Bewegung setzen

Zwei speziellen Themen nimmt sich auch das angeschlossene Therapiezentrum des Krankenhaus Spittal/Drau an. „In diesem Jahr möchten wir der Skoliose, einer Wirbelsäulenfehlstellung und der Beckenbodendysfunktion mehr Beachtung schenken. Letzteres betrifft nicht nur Frauen, sondern auch Männer, jeden Alters, aber kaum jemand traut sich, offen darüber zu reden,“ weiß die Leiterin des Therapiezentrums, Doris Samonigg- Lackner, MSc D.O.

Die Skoliose kann angeboren sein oder während des Längenwachstums entstehen. Je früher die Therapie begonnen wird, desto besser sind die Behandlungsergebnisse. Alle Besucherinnen und Besucher sind beim Ausstellungsstand dazu eingeladen, sich mit den Krankheitsbildern und den Behandlungsmöglichkeiten auseinanderzusetzen. Speziell ausgebildete Therapeutinnen werden vor Ort gerne alle Fragen beantworten. „Wir haben auch ein Beckenboden und Wirbelsäulenmodell vor Ort, um Therapien anschaulich zu erklären. Für Jung und Alt wird es das Hippotherapiegerät zum Testen geben, das die Bewegungen eines Pferdes imitiert. Es dient zur Gleichgewichtsschulung und eignet sich für Rumpf- und Bauchmuskulaturtraining,“ verrät die Physiotherapeutin und Osteopathin.

Bild 1: Vortragsprogramm

Bild 2: Nierenfachärztin Dr. Karin Egarter- Scheiflinger steht bei Fragen rund um die Nierengesundheit beratend zur Seite.

Bild 3: Chirurg Dr. Franz Scheiflinger zeigt auf, dass Brüche auch minimalinvasiv versorgt werden können.

Bild 4: Dr. Hemma Aschenwald möchte Patientinnen und Patienten die Angst vor der Narkose nehmen.