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Billrothstraße 1, 9800 Spittal/Drau

07.02.2020

Den eigenen Alltag meistern

Wie das Krankenhaus Spittal/Drau Patientinnen und Patienten zurück in die Selbstständigkeit begleitet.

Für viele ist der Beginn eines neuen Jahres auch ein Anstoß für neue Vorsätze, neue Projekte und Neuanfänge. So ein neues Projekt des Krankenhaus Spittal/Drau ist die ambulante geriatrische Remobilisation, die nach ihrer Gründung Mitte des vergangenen Jahres nun bereits in vollem Betrieb läuft.

Das sechsköpfige Team arbeitet jeden Tag daran, dass Patientinnen und Patienten einen neuen Anfang machen können. Kaum jemand weiß das besser als DGKP Nadja Feistritzer, BA. Nach über zehn Jahren Mitarbeit im Krankenhaus Spittal/Drau hat sie im Laufe des letzten Jahres diesen neuen Bereich aufgebaut und auch die Leitung übernommen.

Therapie im gewohnten Umfeld

„Das Besondere an der ambulanten geriatrischen Remobilisation ist das Behandlungskonzept“, erklärt Nadja Feistritzer, Bereichsleiterin dieser sowie der Sonderklasse-Station der internen Abteilung. „Unsere Therapeutinnen und Therapeuten fahren zu den Patientinnen und Patienten nach Hause, um sie in ihrer gewohnten Umgebung (wieder) fit für den Alltag zu machen und somit die Fähigkeit zur möglichst selbständigen Lebensführung zu erhalten. Das steht im Gegensatz zur stationären Therapie im Krankenhaus, die ebenso wichtig ist, jedoch im geschützten Raum stattfindet. Hier gibt es Haltegriffe, höhenverstellbare Betten und geräumige Badezimmer, um nur einige Beispiele zu nennen. Das ist jedoch nicht unbedingt das, was unsere Patientinnen und Patienten auch Zuhause vorfinden.“ Das Konzept ist gezielt auf geriatrische Patientinnen und Patienten, 60 Jahre und noch älter, ausgelegt. Sie weisen gewöhnlich alterstypische Symptome wie Immobilität, ein erhöhtes Sturzrisiko oder auch kognitive Beeinträchtigungen beispielsweise aufgrund von Demenz, aber auch nach Schlaganfällen oder anderen neurologischen Erkrankungen auf. „Ein Großteil unserer Patientinnen und Patienten macht bei uns eine weiterführende Therapie, meist im Anschluss an eine Reha oder einen stationären Aufenthalt“, erklärt die diplomierte Krankenpflegerin. „Das umfasst zwei bis drei Therapieeinheiten zu je 1,5 Stunden pro Woche über einen Zeitraum von insgesamt sechs bis acht Wochen. Damit konnten unsere Patientinnen und Patienten bisher sehr gute Fortschritte bzw. Erfolge erzielen.“

Selbstständigkeit als Ziel

Das Behandlungsziel liegt darin, Selbstständigkeit wieder zu erlangen oder – unter Nutzung der Ressourcen im gewohnten Umfeld – so gut wie möglich aufrecht zu erhalten. „Ältere Menschen ziehen das eigene Zuhause einem Pflegeheim vor. Dafür ist es unerlässlich, dass sie sich selbstständig in den eigenen vier Wänden bewegen können. Wir können sie dabei unterstützten, dass das auch gelingt“, ist sich Nadja Feistritzer sicher. „Das ist für mich einer der schönsten Aspekte an meiner Arbeit.“ Das Team der ambulanten geriatrischen Remobilisation besteht aus vier Ergotherapeutinnen, einer Logopädin, einer Sozialarbeiterin und einem ärztlichen Dienst. Jeder leistet auf unterschiedliche Art und Weise einen Beitrag: Angefangen bei Übungen, um sicher zu stehen und zu gehen oder vom eigenen Bett selbst wieder aufzustehen, über Methoden zum richtigen Schlucken und Sprechen bis hin zur Beratung hinsichtlich einer Anpassung des Wohnumfeldes. Das bedeutet beispielsweise die Anschaffung von Hilfsmitteln wie Duschhockern oder das Anbringen von Haltegriffen. Auch Einkaufstrainings sind dabei. Damit umfassen die Therapien weitestgehend alle Lebensbereiche.

Weitreichender Austausch

Die Zusammenarbeit der Therapeutinnen und Therapeuten ist weitreichend. Da die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgrund des Behandlungskonzepts selten gleichzeitig im Haus sind, findet sich das gesamte Team einmal wöchentlich im Krankenhaus Spittal/Drau zusammen, um sich über die einzelnen Patientinnen und Patienten und den jeweiligen Status ihrer Therapie auszutauschen. Dort hört der Austausch jedoch nicht auf: „Wir pflegen auch intensiven Kontakt mit den Kolleginnen und Kollegen aus dem stationären Bereich des Krankenhauses, wie auch mit externen Therapeuten. Das ist vor allem deshalb wichtig, weil viele Patientinnen und Patienten auch von ihnen betreut wurden oder werden“, weiß die Bereichsleiterin. Die Ziele einer Therapie werden oft mit unterschiedlichen Ansätzen verfolgt, was eine Abstimmung besonders wichtig macht. Nadja Feistritzer ist überzeugt: „Nur wenn alle an einem Strang ziehen und ein gemeinsames Ziel verfolgen, können wir das Beste für unsere Patientinnen und Patienten erreichen!“

Bild 1: Seit Juli des vergangenen Jahres ist das Team der ambulanten geriatrischen Remobilisation im Bezirk Spittal unterwegs. (Fotos: Neuwirth Photography)

Bild 2: DGKP Nadja Feistritzer, BA hat die ambulante geriatrische Remobilisation im Krankenhaus Spittal/Drau aufgebaut. (Fotos: Neuwirth Photography)