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Billrothstraße 1, 9800 Spittal/Drau

08.05.2020

Der neue Arbeitsalltag

Arbeiten in Zeiten von Corona im Krankenhaus Spittal/Drau.

Seit knapp zwei Monaten Corona-bedingter Ausnahmesituation sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krankenhaus Spittal/Drau tagtäglich unermüdlich und tatkräftig im Einsatz. Sie stellen unter Einhaltung sämtlicher vorschriftsmäßiger Schutzmaßnahmen die medizinische und pflegerische Versorgung der Corona-, aber natürlich auch Nicht-Corona-Patientinnen und Patienten in Oberkärnten sicher. Prim. Dr. Gerhard Dietrich und DGKP Monika Florian sind seit Mitte März auf der Corona-Station bzw. Corona-Ambulanz im Krankenhaus tätig und gewähren einen Einblick in ihren neuen Arbeitsalltag.

Alles anders

„Es ist anders“, sind sich die beiden einig. „Der Patientenzulauf ist deutlich gesunken, man fragt sich zum Teil, wo die Patientinnen und Patienten geblieben sind“, verrät Prim. Dr. Gerhard Dietrich, der die Abteilung für Innere Medizin leitet, zu dem auch die Corona-Station zählt. „Es sind nun auch weniger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Haus. Abgesehen davon, dass einige Teams momentan gar nicht im Einsatz sind, befinden sich sowohl in der Corona-Ambulanz als auch der Station immer nur zwei Ärztinnen und Ärzte bzw. Pflegerinnen und Pfleger gleichzeitig vor Ort.“ „Wir merken auch, dass die Stimmung angespannt ist und sich nun viele unserer Abläufe auf eine andere Art und Weise gestalten“, ergänzt DGKP Florian. Unabhängig vom Grund ihres Besuches werden Patientinnen und Patienten nun von einem so genannten Triagearzt untersucht und eingestuft, bevor sie das Krankenhaus Spittal/Drau mit einer Schutzmaske betreten können. „Verdachtsfälle kommen zu uns auf die Corona-Ambulanz oder die Station, die räumlich und organisatorisch vollkommen von allen anderen Bereichen isoliert sind“, erklärt DGKP Monika Florian, die die Corona-Ambulanz leitet. „Dort entscheiden dann die Ergebnisse eines Corona-Tests darüber, wo die Patientinnen und Patienten nach der Erstversorgung weiter behandelt werden.“

Besondere Schutzmaßnahmen

Es wurden eine Vielzahl an Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Patientinnen und Patienten ebenso wie der MitarbeiterInnen und Mitarbeiter getroffen. „Die bereits ohnehin strikten Hygienemaßnahmen wurden weiter verstärkt. Bevor wir von einem Nicht-Corona in einen Corona-Bereich wechseln, statten wir uns in einer Schleuse mit zusätzlicher Schutzausrüstung aus“, erzählt die diplomierte Krankenpflegerin. „Über der normalen Bereichskleidung tragen wir neben eigenen Bereichsschuhen einen Schutzmantel ebenso wie eine Schutzhaube, FFP3-Masken, eine Schutzbrille oder ein Visier und eine doppelte Garnitur Handschuhe.“ Dass das Arbeiten unter diesen Bedingungen eine große Herausforderung darstellt, weiß sie aus eigener Erfahrung: „Obwohl wir alles daransetzen, unsere Patientinnen und Patienten bestmöglich zu betreuen, ist der Umgang ein anderer. Die jahrelang trainierten Handgriffe gestalten sich herausfordernder als zuvor.“

Starker Zusammenhalt

Einig sind sich Prim. Dietrich und DGKP Florian darüber, dass sich das Krankenhaus Spittal/Drau bestens auf diese unvorhersehbare Situation eingestellt hat. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehen mit der damit verbundenen enormen Belastung heldenhaft um. Dr. Dietrich freut sich darüber, dass die Stimmung trotz der Ausnahmesituation positiv geblieben ist: „Die Zusammenarbeit in unserem Haus hat bereits vorher gut funktioniert, jetzt merkt man, dass die Teams noch mehr zusammengewachsen sind. Jeder weiß, es geht jetzt um Etwas und ist bereit, seinen persönlichen Beitrag zu leisten. Das ist besonders schön zu erleben.“

Der Blick nach vorne

Im gesamten Krankenhaus Spittal/Drau ist der Blick in die Zukunft gerichtet. Alle warten gespannt darauf, dass wieder Normalität im Krankenhaus einkehrt: „Wir spüren das zunehmende Bedürfnis von Seiten der Patientinnen und Patienten, ihre zwangsweise abgesagten Termine nun möglichst bald nachzuholen“, weiß Prim. Dietrich. In Abstimmung mit den Behörden wird derzeit daran gearbeitet, schrittweise wieder den Normalbetrieb hochzufahren. Mit 20. April 2020 wurden dringend notwendige Operationen in den Bereichen Chirurgie, Orthopädie/Traumatologie und Gynäkologie bis auf Widerruf wieder aufgenommen. Die räumliche und organisatorische Trennung in Corona- und Nicht-Corona-Bereiche im Krankenhaus Spittal/Drau bleibt jedoch so lange weiterhin aufrecht, bis es von behördlicher Stelle eine offizielle Corona-Entwarnung gibt. „Damit das gelingt, ist jeder einzelne von uns gefordert. Wir müssen auch weiterhin Disziplin beweisen“, ruft der Mediziner zur Einhaltung der allgemeinen Sicherheitsvorkehrungen auch in Zukunft auf.

Ein besonderer Dank

Neben all den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in dieser Ausnahmesituation tagtäglich mit viel Engagement und Professionalität Großes leisten, bedankt sich das Krankenhaus Spittal/Drau an der Stelle auch sehr herzlich bei seinen regionalen Unterstützern.

Vielen Dank an all jene, die das Krankenhaus mit essenzieller Schutzausrüstung unterstützen oder aber für das leibliche Wohl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen!

• Schutzoveralls von der Malerei Ortner (Kolbnitz) • Schutzmasken von Kogler Natursteinwerk (St. Urban) • Schutzmasken von Hartweger Trockenbau (Stall) • Schutzmasken von KFZ Pacher (Möllbrücke) • Schutzmasken von Trockenbau Steiner (Klagenfurt) • Private Schutzmasken und -anzugspenden von Patienten und von Mitarbeitern des Krankenhauses und deren Angehörigen • Milchprodukte von Kärntnermilch (Spittal/Drau) • Pizzen der Pizzeria al Pacino (Möllbrücke) • Pizzen der Pizzeria Columbia (Millstatt) • Pizzen von Resch&Frisch

Bild 1: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in voller Schutzausrüstung.

Bild 2: Prim. Dr. Gerhard Dietrich leitet die Corona-Station im Krankenhaus Spittal/Drau.