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Billrothstraße 1, 9800 Spittal/Drau

27.04.2018

Die kleine, große Freude

2017 erblickten auf der Storchenlandebahn – wie die Geburtenstation im Krankenhaus Spittal/Drau liebevoll genannt wird – 591 Kinder das Licht der Welt.

Die Österreicherinnen und Österreicher bringen den Berufen im Gesundheitswesen traditionell hohes Vertrauen entgegen. Nicht zuletzt deswegen, weil die Ärztinnen und Ärzte, die Krankenschwestern und – pfleger sowie die Hebammen diejenigen sind, die viele Familien bei ihrem wichtigsten und prägendsten Ereignis begleiten.

Für die äußerst sensible Zeit während einer Schwangerschaft, bei und nach der Geburt steht allen jungen Eltern in Oberkärnten das Team der gynäkologischgeburtshilflichen Abteilung im Krankenhaus Spittal/ Drau mit Rat und Tat zur Seite. Mit besonders viel Wärme und Menschlichkeit heißen sie jedes Jahr hunderte von Babys auf der Welt willkommen und kümmern sich um ihren gesunden und glücklichen Start ins Leben.

Storchenlandebahn bringt Freude in die Region

2017 erblickten auf der Storchenlandebahn – wie die Geburtenstation im Krankenhaus Spittal/Drau liebevoll genannt wird – 591 Kinder das Licht der Welt. Bevor es aber zu diesem Moment der großen Freude kommt, erhalten die werdenden Mütter eine umfassende Unterstützung, die von persönlichen Gesprächen über Geburtsvorbereitungskurse bis hin zu Führungen durch die geburtshilfliche Abteilung reicht.

„In unserer Abteilung ist das Gesamtspektrum an medizinischen Leistungen rund um die Frauenheilkunde und Geburtshilfe abgedeckt. Wir verfügen über ein Ambulanzzimmer, drei Kreißzimmer, ein Kinderzimmer sowie sechs Zweibettzimmer auf der Wochenbettstation und bieten medizinische Betreuung in einer Wohlfühlatmosphäre“, erklärt Prim. Dr. Gerald Rauter, Leiter der Gynäkologie und Geburtshilfe im Krankenhaus Spittal/Drau. Als moderne Gesundheitseinrichtung legt das Krankenhaus Spittal/Drau besonderen Wert auf die Vielfalt und die Individualität. Schließlich soll jede Frau die Wahl haben zu entscheiden, wie sie ihr Kind in einem professionell betreuten Umfeld zur Welt bringen möchte.

Auf der Storchenlandebahn in Spittal können werdende Mütter zwischen Wasser- und Hockergeburt sowie Geburtspositionen wie Vierfüßlerstand, stehend, sitzend oder liegend auswählen. Auch alternative Maßnahmen – u.a. Akupunktur, Massagen mit Aromaölen und Entspannungstechniken – stehen im Sinne der optimalen Vorbereitung zur Verfügung. „Meinem Team und mir ist es ein besonderes Anliegen, unsere Patientinnen über die unterschiedlichen Geburtsmöglichkeiten aufzuklären und sie bei Ihrer Entscheidung sowie bei der Geburt kompetent zu begleiten“, hebt Prim. Dr. Rauter her Kompetenz und Fürsorge von der ersten Minute an. Die Geburt selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Nicht weniger wichtig ist jedoch auch die erste Zeit nach der Geburt, während der genau kontrolliert wird, wie sich das Kind an die neue Umgebung anpasst.

Seit November 2017 nimmt OA Dr. Simon Schaller gemeinsam mit seiner Kollegin Dr. Erika Kager diese große Verantwortung für die kleinsten Patientinnen und Patienten des Krankenhauses Spittal/ Drau wahr. „Die richtige Entspannung kommt erst zu einem späteren Zeitpunkt. Die Geburt selbst ist der Startschuss für eine Reihe von Untersuchungen im Kreißsaal. Im Rahmen der Erstversorgung werden unter anderem Atmung, Puls, Farbe und Durchblutung der Haut mehrfach überprüft. Es wird ganz genau beobachtet, wie sich der Kreislauf umstellt, ob sich Verletzungen, Fehlbildungen oder auffällige Bewegungen zeigen“, erläutert Dr. Schaller. Gleich nach der Geburt wird mit dem Bonding begonnen, mit dem der Aufbau einer engen Mutter- Kind-Beziehung initiiert wird. Das Baby wird auf den Bauch der Mutter gelegt und mit warmen Tüchern gewärmt, womit der erste innige Hautkontakt zustandekommt. Etwas später werden Körperlänge, Gewicht und Kopfumfang gemessen. So machen sich das Ärzteteam und die Hebammen ein erstes Bild vom Zustand des neuen Erdenbürgers, die weitere medizinische Betreuung der Babys wird anschließend im Kinderzimmer fortgesetzt.

Bald geht`s nach Hause

Nach einer Spontangeburt bleiben Mutter und Kind im Durchschnitt 3 Tage im Krankenhaus, bei einer Kaiserschnittentbindung beträgt diese Zeit 5 Tage. Das Konzept „24h Rooming In“ erlaubt den jungen Müttern, Tag und Nacht mit ihrem Baby zu sein. „Wir sind darum bemüht, unsere Patientinnen und Patienten neben medizinischen Leistungen auf höchstem Niveau auch maximalen Komfort anzubieten, damit sie die ersten Tage mit ihren neuen Familienmitgliedern in einem ruhigen und sicheren Umfeld genießen können“, erklärt Dr. Schaller. Deswegen werden die sechs Zimmer auf der Wochenbettstation im Krankenhaus Spittal/Drau nach Möglichkeit einzeln belegt. Die frischgebackenen Mütter und ihre Kinder werden rund um die Uhr betreut, um sie kümmert sich neben Dr. Schaller und Dr. Kager auch ein Team von 8 Kinderkrankenschwestern und 15 Hebammen.

Bis zur Entlassung werden alle notwendigen Ultraschalluntersuchungen bei den Neugeborenen durchgeführt, die Eltern bekommen zum Schluss auch genaue Anweisungen, wie sie z.B. ihre Babys baden können. „Was uns von anderen Spitälern unterscheidet, ist die Zeit, die wir uns für Gespräche mit den jungen Familien nehmen. Wir haben Verständnis für ihre Unsicherheit zu Beginn ihrer neuen Rolle als Eltern und versuchen, sie bestmöglich zu unterstützen, indem wir auf ihre individuellen Wünsche, Bedürfnisse und Fragen eingehen“, beschreibt Dr. Schaller den aufmerksamen Umgang mit den Patientinnen und Patienten im Krankenhaus Spittal/ Drau näher.

Qualität mit Weitblick

Dass Qualität hier großgeschrieben wird, zeigt auch die Re-Zertifizierung als Baby-friendly Hospital für den Zeitraum 2018 – 2021, die im November letzten Jahres erfolgte. Neben der Liebe und der mütterlichen Zuneigung ist Muttermilch die Basis für eine optimale Entwicklung der Kleinsten. Diese Philosophie wird von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der gynäkologisch- geburtshilflichen Abteilung getragen und mit vollster Überzeugung gelebt. Sie werden auch regelmäßig geschult, um die so genannten „10 Schritte zum erfolgreichen Stillen“ konsequent umsetzen zu können. Alle werdenden Mütter werden über die Vorteile des Stillens informiert und erhalten Anleitung und Unterstützung beim Stillen ihrer Neugeborenen. Aber auch wenn sich Frauen entscheiden, nicht zu stillen, helfen ihnen die erfahrenen Hebammen mit praktischen Tipps zur Flaschenernährung weiter. „Es ist für uns sehr wichtig, unsere kleinen Patientinnen und Patienten sowie ihre Eltern auch nach der Entlassung in guten Händen zu wissen. Deswegen arbeiten wir eng mit Stillberatungs- , Mütter- und Väterberatungsstellen sowie Stillgruppen zusammen, an die wir sie nach dem Austritt überweisen können“, erklärt Brigitte Kueß, Leitende Hebamme im Krankenhaus Spittal/Drau.

Enge Kooperation mit LKH Villach

In medizinischen Notfällen wird auch auf die Expertise der Kolleginnen und Kollegen im Landeskrankenhaus Villach zurückgegriffen, wo die nächste Neonatologie liegt. Genau dort absolvierte Dr. Schaller seine Ausbildungen zum Arzt für Allgemeinmedizin sowie Kinder- und Jugendheilkunde und arbeitete danach als Kinderfacharzt. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Krankenhäusern ist vielfältig. Sollten in Spittal schwerkranke Neugeborene zur Welt kommen, werden sie mit einem speziellen Intensivtransporter unverzüglich nach Villach verlegt, wo sie intensivmedizinisch versorgt werden. Außerdem finden in Villach regelmäßig gemeinsame Schulungen mit Simulationspuppen statt, wo Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegepersonal für die Reanimation von Kindern in lebensbedrohlichen Notfällen realitätsnah trainiert werden. „Kindernotfälle passieren selten, umso wichtiger ist es deswegen, dass wir regelmäßig Simulationsübungen haben. Denn kritische Situationen kommen meist überraschend und dann muss das gesamte Team an einem Strang ziehen, um Leben zu retten. Das ist in unserem Krankenhaus eine echte Herzensangelegenheit“, so Dr. Schaller abschließend.

Wussten Sie, dass…

…das Krankenhaus Spittal an der Drau das erste Babyfriendly Hospital in Kärnten ist?

Im November 2017 wurde die Storchenlandebahn in Spittal nach den Kriterien der World Health Organization (WHO) und des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF) für die Periode 2018 – 2021 zum Baby-friendly Hospital re-zertifiziert.

Das Krankenhaus Spittal an der Drau gehört somit zu einem Netzwerk von insgesamt 14 Krankenhäusern in ganz Österreich, die sich von anderen Krankenhäusern durch das Einhalten sehr hoher Qualitätsstandards, insbesondere im Hinblick auf das Stillen, die Mutterfreundlichkeit und den WHO-Kodex zur Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten, unterscheiden.

Bild 1: OA Dr. Simon Schaller gehört gemeinsam mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der gynäkologisch-geburtshilflichen Abteilung zur erfahrenen Besatzung der Storchenlandebahn im KH Spittal/Drau.

Bild 2: Mit oder ohne Stillen: Brigitte Kueß, Leitende Hebamme und Tamara Pahr, Dipl. Hebamme im KH Spittal/Drau, zeigt den jungen Müttern, wie sie ihren Babys Nähe und Geborgenheit geben können

Bild 3: Im Kinderzimmer werden die täglichen Untersuchungen der kleinsten Patientinnen und Patienten des KH Spittal/Drau durchgeführt. Die stolzen Mamas dürfen natürlich mit dabei sein.