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Billrothstraße 1, 9800 Spittal/Drau

22.02.2021

Eine neue Perspektive für die Innere Medizin

Generationenwechsel an der Abteilung für Innere Medizin: Nach der Pensionierung von Primar Dr. Gerhard Dietrich und seiner Nachfolge durch Primaria Dr. Karin Egarter-Scheiflinger verstärkt nun mit Dr. Heike Muchar seit Anfang des Jahres eine neue Kollegin das Führungsteam der Inneren Medizin. In einem Interview erzählt die 1. Oberärztin über ihren Beruf, die Innere Medizin und die Besonderheiten des Krankenhaus Spittal.

 

Von chronischen Schmerzen über akute Lungenerkrankungen oder Herzinfarkte: In kaum einem medizinischen Fachbereich wird eine so große Vielfalt an Erkrankungen behandelt, wie in der Abteilung für Innere Medizin. Mit 108 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist sie die zahlenmäßig größte Abteilung im Krankenhaus Spittal/Drau.

Frau Dr. Muchar, erzählen Sie kurz von Ihrem bisherigen Karriereweg, der Sie schließlich ins Krankenhaus Spittal geführt hat.

Nach meinem Studium in Wien habe ich meine ärztliche Laufbahn im ehemaligen Kaiser-Franz-Josef-Spital in Wien begonnen, wo ich auch meine Ausbildung zur Internistin absolviert habe und die Liebe zu meinem Zusatzfach der Rheumatologie entdeckte. Zurück in Kärnten war ich im Klinikum Klagenfurt tätig, wo ich mich weiterführend mit der Rheumatologie und dabei im Besonderen mit Autoimmunerkrankungen, meinem heutigen Spezialgebiet, beschäftigt habe. Nach einem kurzen Ausflug in die rehabilitative Medizin im Gasteinertal bin ich zu meinen Wurzeln zurückgekehrt, sowohl inhaltlich als auch örtlich. Seit 1. Jänner unterstütze ich das Team der Inneren Medizin und freue mich sehr auf meine neue Aufgabe.

 

Was gehört denn alles zu Ihren Aufgaben?

In einem ersten Schritt geht es einmal darum, das Haus und die Gegebenheiten kennenzulernen. Als erste Oberärztin unterstütze ich Frau Dr. Egarter-Scheiflinger bei unterschiedlichen Agenden im Tagesgeschäft, aber auch personelle Fragestellungen werden wir gemeinsam lösen. Natürlich werde ich weiterhin allgemeininternistisch tätig sein und freue mich darauf, meine Expertise im Bereich Rheumatologie und neue Ideen darüber hinaus einzubringen.

 

Sie haben in Ihrer Zeit als Ärztin bereits viele unterschiedliche Krankenhäuser bzw. auch Heilanstalten kennengelernt. Was zeichnet das Krankenhaus Spittal aus?

Mit mehr als 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bzw. 210 Betten ist das Krankenhaus Spittal ein vergleichsweise kleines Spittal. Als unverzichtbarer Gesundheitsversorger der Region geht es hier vorrangig darum, ein breites medizinisches Spektrum anzubieten, um Menschen aus einem großen Einzugsgebiet fachgeregt zu versorgen. Die Innere Medizin ist jedoch an sich bereits ein sehr breites Fachgebiet, das heißt, hier im Krankenhaus gibt es bzw. kann es gar nicht nur Personen geben, die sich ausschließlich mit dem Herz oder nur mit der Niere beschäftigen. Alle Kolleginnen und Kollegen haben oder erhalten eine grundlegende internistische Ausbildung, mit der sie Patientinnen und Patienten auf hohem Niveau betreuen und sie können sich zusätzlich spezialisieren. So haben wir hier im Haus zum Beispiel eine Dialysestation mit eigener Nierenambulanz, eine onkologische Tagesklinik, deren Aufgabe die Behandlung und Begleitung von krebserkrankten Menschen ist und in Zukunft wird auch Rheumatologie ein Spezialgebiet sein.

 

Was bedeutet diese medizinische Breite für Sie als spezialisierte Rheumatologin?

Während eine gewisse Grundversorgung zwar immer gegeben sein muss, verändert sich nun einmal auch die Medizin mit der Zeit: Sie wird spezifischer. Und so wie ich das in meinem Fachgebiet sehe, wollen und brauchen Rheumapatientinnen und -patienten spezielle Expertise. Mit meiner Tätigkeit im Krankenhaus Spittal habe ich nun die Möglichkeit, noch mehr Menschen in Oberkärnten und Umgebung mit meinem Wissen weiterzuhelfen.

 

Weil Sie diesen positiven Aspekt gerade angesprochen haben: Was gefällt Ihnen besonders gut an Ihrem Beruf?

Wenn Schmerzpatientinnen und -patienten nach intensiver Therapie wieder Dinge tun können, die sie schon lange nicht mehr tun konnten, wenn man Menschen mit Hilfe der Medizin dabei unterstützen kann, dass sie wieder ein selbstständiges Leben führen können, dann sind das besonders schöne Erlebnisse. Das sind die Erfahrungen, die mich immer wieder aufs Neue motivieren.

 

Gibt es auch Herausforderungen in Ihrem Beruf?

Ja, die gibt es täglich, denn jeder Tag ist eine Herausforderung. Man weiß in der Früh nicht, was einen erwartet und muss kurzfristig situationsgerecht agieren. Das Schöne daran ist jedoch, dass es nie einen Trott gibt, weil man von 8.00 bis 17.00 Uhr nie das Gleiche macht. Das macht den Arbeitsalltag für mich sehr spannend.

 

Sie sind eine von wenigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die noch keine Berührungspunkte mit dem Krankenhaus Spittal hatten. Wie ist Ihr Eindruck nach Ihrem ersten Monat?

Tatsächlich stimmt das so nicht ganz. Ich wurde im Krankenhaus Spittal geboren und kenne das Haus natürlich auch von Krankenbesuchen aus meiner Kindheit. Seitdem hat sich hier aber so einiges verändert, nicht nur, wenn ich mich an das Gebäude selbst zurückerinnere, sondern natürlich auch die medizinische Expertise, die apparative Ausstattung und ich nehme ein weitaus größeres Ärzte- und Pflegeteam wahr. Selbst nach gerade einmal eineinhalb Monaten spüre ich den kollegialen Umgangston im Team, die kurzen Abstimmungswege im Haus und das ausgeprägte Miteinander auch in schwierigen Situationen. Schon jetzt fühle ich mich deshalb sehr wohl.

 

 

Bild 1: Dr. Heike Muchar lebt sich gut im Krankenhaus Spittal ein.

Bild 2: Primaria Dr. Karin Egarter-Scheiflinger (links) und Dr. Heike Muchar (rechts) arbeiten seit kurzem an der Spitze der Abteilung für Innere Medizin.