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Billrothstraße 1, 9800 Spittal/Drau

06.07.2021

Gemeinsam gewachsen

Schon fast vier Jahrzehnte ist der gebürtige Klagenfurter Dr. Harald Reiter als Arzt im Krankenhaus Spittal/Drau tätig und hat in dieser Zeit viel erlebt.

Heute ist er sogar der dienstälteste Mitarbeiter. Mit Ende dieses Jahres wird er nach 37 Jahren als Chirurg der Abteilung für Allgemeinchirurgie in Pension gehen. In einem Interview erinnert er sich zurück an seine Anfänge im Krankenhaus, wie das Arbeiten damals war und erzählt von Erfahrungen, die er im Verlauf seiner beruflichen Karriere gemacht hat.

Herr Dr. Reiter, erzählen Sie einmal vom Beginn Ihrer beruflichen Laufbahn.

Vor ziemlich genau 40 Jahren habe ich mein Medizinstudium in Graz abgeschlossen. Nach dem Turnus habe ich meine chirurgische Ausbildung begonnen und genau in dieser Zeit gab es auch meine ersten Berührungspunkte mit dem Krankenhaus Spittal/Drau. Ich hatte die Gelegenheit, für ein paar Wochen Luft im Krankenhaus zu „schnuppern“ und das Arbeiten hier kennenzulernen. Schon damals hat es mir so gut gefallen, dass ich kurz darauf eine Vertretungsstelle angenommen habe, die sich nach Abschluss meiner Ausbildung zu einer festen Anstellung entwickelt hat. Sogar übersiedelt bin ich.

Wie kann man sich das Krankenhaus Spittal/Drau in den 80ern vorstellen?

Das Krankenhaus von damals ist mit dem Krankenhaus von heute nicht zu mehr zu vergleichen, und zwar in unterschiedlichster Hinsicht. Viele medizinische Geräte, die heute zur Grundausstattung eines Krankenhauses gehören, gab es schlicht und einfach noch nicht. Wir haben uns in der Behandlung der Patientinnen und Patienten im wahrsten Sinne des Wortes auf unser Wissen und unsere fünf Sinne verlassen müssen. Eine Erfahrung, von der ich bis heute profitiere. Ich erinnere mich auch gut an die Schwestern des Deutschritterordens, die in den 80er Jahren noch die Pflege unterstützten. Auch den Komfort, den wir unseren Patientinnen und Patienten heute bieten können, hätte man damals vergeblich gesucht. Oder können Sie sich heute ein Krankenzimmer vorstellen, in dem es keine Dusche gibt?

An welche Meilensteine können Sie sich erinnern?

Es sind weniger einzelne Momente als die vielen kleinen Veränderungen, die meine Arbeit im Krankenhaus Spittal/ Drau geprägt haben. Als ich angefangen habe, gab es wirklich alle Kolleginnen und Kollegen zusammengerechnet nur 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ich war erst der zwölfte Arzt. Meine Personalnummer „12“ erinnert mich auch heute noch daran. Gewachsen ist nach und nach nicht nur das Team, sondern auch das Fachwissen über neue Behandlungs- und Operationsmethoden sowie unsere medizintechnische Ausstattung. Die Einführung der Computer Tomographie in den 90ern beispielsweise war ein Meilenstein für die Diagnose, spätere technische Errungenschaften wie der Einsatz von Kameras bei Operationen haben das Arbeiten radikal verändert. Nicht zuletzt zu erwähnen sind die vielen baulichen Veränderungen, die im Sinne der Weiterentwicklung kontinuierlich durchgeführt wurden. Es gab tatsächlich nur in zwei Jahren meiner gesamten Zeit im Krankenhaus Spittal/Drau keine Baustelle.

Welche Tätigkeiten gehören denn heute zu Ihrem Aufgabengebiet?

Heute bin ich erster Oberarzt der Allgemeinchirurgie und habe in dieser Funktion gemeinsam mit den unterschiedlichen Primaren, die ich in meiner Zeit erlebt habe, die Abteilung aufgebaut und weiterentwickelt. Außerdem bin ich immer noch als Chirurg tätig. Ich stamme aus einer Zeit, in der man den gesamten medizinischen Fachbereich abdecken musste – Spezialisierungen in der Art gab es damals noch nicht – und das ist mir auch geblieben. Ich sehe mich in der Hinsicht so ein bisschen wie das Mädchen für alles. Darüber hinaus bin ich seit meiner Zusatzausbildung vor mittlerweile fast 25 Jahren als Hygienebeauftragter des Krankenhauses im Einsatz.

Das Thema Hygiene ist in Zeiten der Covid-19 Pandemie auch bei der Bevölkerung ganz besonders ins Bewusstsein gerückt. Was tut ein Hygienebeauftragter im Krankenhaus?

Krankenhaus und Hygiene sind zwei Wörter, die heute untrennbar miteinander verbunden sind. Für genau diese Umsetzung zeigt sich ein Hygienebeauftragter zuständig. Ich analysiere Gefahrenpotentiale, gebe Empfehlungen für Hygienestandards ab bzw. berate dahingehend, schule meine Kolleginnen und Kollegen über die richtige Umsetzung und kontrolliere die Einhaltung, damit für das körperliche und seelische Wohl unserer Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf allen Ebenen gesorgt ist. Die räumliche und organisatorische Trennung der Covid-19 von Nicht-Covid-19-Bereichen dieses und letztes Jahr war eine besondere Herausforderung. Umso erleichterter bin ich jetzt, wo sich die Lage wieder entspannt hat, dass wir mit unserem hohen Maß an Schutz- und Sicherheitsvorkehrungen so gut durch diese Zeit gekommen sind. Auch bei baulichen Vorhaben im Krankenhaus, so wie sich jetzt gerade der Zubau im Bau befindet, ist man in der Rolle als Hygienebeauftragter eingebunden. Anders als bei einem Hotel beispielsweise, wo es bei den Böden, Lampen oder Waschbecken auf die Ästhetik ankommt, spielen bei der Auswahl gewisser Baustoffe und Einrichtungsgegenstände Hygienefaktoren eine maßgebliche Rolle.

Wenn Sie sich Ende des Jahres in den Ruhestand verabschieden, wie blicken Sie zurück auf Ihre Zeit im Krankenhaus Spittal/ Drau?

Ich blicke zurück auf viele spannende Jahre in einem Beruf, der mich erfüllt hat. Und ich bin dankbar, dass ich gemeinsam mit diesem Haus und den Menschen darin wachsen konnte. Das wünsche ich auch meinen Kolleginnen und Kollegen für die Zukunft.

Bild 1: Die Einhaltung hoher Hygienestandards ist im Krankenhaus Spittal/ Drau von oberster Priorität.

Bild 2: In der Allgemeinchirurgie fühlt sich der langjährige Oberarzt in jedem Bereich Zuhause.

Bild 3: EOA Dr. Harald Reiter ist seit fast 40 Jahren im Dienst des Krankenhaus Spittal/Drau.

Patientenbesuche im KH Spittal/Drau sind möglich

Seit Mitte Mai 2021 haben Besucher wieder die Möglichkeit, die Patientinnen und Patienten im Krankenhaus Spittal/Drau täglich zwischen 13 und 17 Uhr zu besuchen.

Dafür gelten entsprechend den aktuellen Rahmenbedingungen und Vorschriften folgende Regelungen: - Es ist keine Voranmeldung des Besuches notwendig

- Nur ein Besucher pro Patient, Beschränkung der Besucherzahl je Station

- Maximale Besuchsdauer: 30 Minuten

- Zu- und Ausgang nur über den Haupteingang Billrothstraße 1, Desinfektion der Hände, Fiebermessung beim Eintritt

- Einhaltung der FFP2-Maskenpflicht im gesamten Gebäude

- Besucher dürfen das Gebäude nur mit negativem COVID-19-Test betreten (Selbsttests mit Eintragung gelten 24 Stunden, Antigentests 48 Stunden und PCR-Tests 72 Stunden); Testausnahmen bestehen für genesene und geimpfte Personen - Ausfüllen des Besucherformulars und Hinterlegung eines Ausweises (dieser wird beim Verlassen am Informationsschalter wieder retourniert).