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Billrothstraße 1, 9800 Spittal/Drau

22.05.2018

Gesundheit im hohen Alter

Möglichst lange zu leben, ist ein ganz natürlicher Wunsch. Tatsächlich gibt es immer mehr ältere Menschen, die ein gesundes und selbstständiges Leben führen.

Sport und gesunde Ernährung gehören immer öfters zu ihrem Alltag und sorgen für eine zunehmende Lebenszufriedenheit auch im hohen Alter. Allerdings sind kaum ältere Menschen zu finden, die nicht zumindest an einer chronischen Krankheit leiden, z. B. Bluthochdruck, Herzschwäche, Rheuma oder auch Arthrose. Die Hochaltrigkeit zeichnet sich oft durch die so genannte Gebrechlichkeit aus. „Menschen, die daran leiden, sind erschöpft, ihre Mobilität und Leistungsfähigkeit sind erheblich reduziert. Das beeinträchtigt ihre Lebensqualität stark und macht sie anfälliger für Verletzungen“, erklärt OA Dr. Michael Koch, Leiter des Departments Akutgeriatrie und Remobilisation im Krankenhaus Spittal/Drau.

Diese typischen Alterskrankheiten stellen nicht nur eine große Herausforderung im Alltag der Betroffenen dar, sondern erfordern auch aufeinander abgestimmte medizinische und pflegerische Konzepte, die den Bedürfnissen älterer Menschen gerecht werden.

Im Dienste der älteren Bewohner Oberkärntens

Das Department Akutgeriatrie und Remobilisation im Krankenhaus Spittal/Drau ist der Abteilung für Innere Medizin zugeordnet und bietet Platz für 24 Patientinnen und Patienten, die nach einer akuten Erkrankung, chirurgischen Eingriffen oder auch Schlaganfällen einer speziellen medizinischen und pflegerischen Betreuung bedürfen. In der Regel werden in der Akutgeriatrie Menschen ab dem 65. Lebensjahr behandelt, im Krankenhaus Spittal/Drau beträgt das Durchschnittsalter 75 Jahre.

„Die Komplexität der Betreuung älterer Menschen ist vor allem auf die im Alter gehäuft auftretenden, vielfältigen Krankheitsbilder zurückzuführen, die in ihrer Gesamtheit erfasst werden sollen, bevor mit der individuellen Therapie begonnen wird“, erläutert Dr. Koch. Das Team der Akutgeriatrie besteht aus 4 Ärztinnen und Ärzten, mehr als 20 Pflegekräften und Therapeuten. Ihre wichtigste Aufgabe besteht darin, die Selbstständigkeit der Patientinnen und Patienten wiederherzustellen, ihre Mobilität zu stärken und ihnen dazu zu helfen, sich im gewohnten Lebensumfeld trotz der bleibenden körperlichen und oft auch geistigen Einschränkungen wieder zurechtzufinden.

Moderne Altersmedizin: kooperativ und interdisziplinär

Entscheidend für die richtige medizinische und pflegerische Behandlung älterer Patientinnen und Patienten ist nicht nur die aktuelle Krankheit – oft werden sie von der Unfallchirurgie oder Neurologie übernommen, sondern auch ihr gesundheitlicher Gesamtzustand. Die vielfach kumulierten Krankheitsbilder erfordern sehr spezifische Behandlungsabläufe und die Kenntnisse mehrerer Teildisziplinen. „Wir sind ein multiprofessionelles Team und arbeiten interdisziplinär, d.h. abteilungsübergreifend und integrativ“, betont Dr. Koch und weist gleichzeitig auf die Bedeutung der Kommunikation hin: „Für den Erfolg einer Therapie braucht es einen aktiven Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen intern sowie über unser Krankenhaus hinaus“.

Seit Jahren ist das Krankenhaus Spittal/Drau Teil des Netzwerks Geriatrie Kärnten, das eine Plattform für professionellen Erfahrungsaustausch und qualitätsfördernde Aktivitäten darstellt. „Wir schätzen die Möglichkeit, uns regelmäßig mit Kolleginnen und Kollegen aus ganz Kärnten treffen zu können und profitieren sehr vom umfassenden Vortrags- und Fortbildungsangebot“, so Dr. Koch.

Von Menschen für Menschen

Die kontinuierliche Weiterbildung nimmt ohnedies einen hohen Stellenwert im Krankenhaus Spittal/ Drau ein. Das Personal wird entsprechend geschult, um mit den altersspezifischen Defiziten älterer Menschen richtig umzugehen und ganzheitlich zu denken. „Unsere Patientinnen und Patienten sind oft langsamer, hören schlechter und brauchen auch bei ganz einfachen Bewegungen Unterstützung. Von uns wird daher erwartet, mit einer großen Dosis an Menschlichkeit, Geduld und Verständnis zu arbeiten. Und das gehört zu unseren Prinzipien“, beschreibt Dr. Koch die Herausforderungen, mit denen er und sein Team täglich konfrontiert werden.

Es sind einerseits die spezifischen Bedürfnisse älterer Menschen angesichts ihrer oft eingeschränkten körperlichen Leistungen und kognitiven Fähigkeiten, die eine besondere Beachtung erfordern. Andererseits gibt es auch sehr viele medizinische Aspekte, die berücksichtigt werden müssen. „Aufgrund unterschiedlicher Erkrankungen erhalten chronisch kranke und ältere Menschen mehrere Medikamente gleichzeitig, die auch negative Neben- und Wechselwirkungen aufweisen können. Dies zu beobachten und die Anzahl der notwendigen Medikamente möglichst zu reduzieren, gehört ebenso zu unseren Aufgaben“, erklärt Dr. Koch.

Umfassendes Leistungsangebot und innovative Betreuungskonzepte

Insgesamt bietet das Department Akutgeriatrie und Remobilisation im Krankenhaus Spittal/Drau das Gesamtspektrum von Leistungen an, die für die Diagnose und Behandlung von Akuterkrankungen sowie für die postoperativen Therapien bei älteren Menschen notwendig sind. Wie der Name schon sagt, stellen die Wiederherstellung von Beweglichkeit und Selbstständigkeit sowie die Vermeidung von Komplikationen durch Bettlägerigkeit einen zentralen Schwerpunkt dar. Eine Reihe von Rehabilitationsmaßnahmen, u.a. Bewegungsübungen und Massagen, unterstützen bei der postoperativen Mobilisation und der Behandlung von Schmerzen am Bewegungsapparat. Die Ergotherapie und die Logopädie als Teilbereiche der Physiotherapie sind ebenso integrativer Bestandteil der akutgeriatrischen Betreuung im Krankenhaus Spittal/Drau.

Mit Frau MMag. Renate Gruber und Frau DDr. Ulley Rolles stehen den Patientinnen und Patienten auch im Bereich der psychologischen Beratung zwei erfahrene Spezialistinnen zur Seite. Für persönliche und emotionale Sicherheit nach dem Krankenhausaufenthalt sorgt darüber hinaus auch das professionelle Entlassungsmanagement, das von Frau Mag. Susanne Gärtner geleitet wird und primär dazu dient, über mögliche Betreuungsangebote und sozialrechtliche Fragen zu informieren, die Notwendigkeit einer weiterführenden Rehabilitation einzuschätzen und gegebenenfalls bei der Organisation der pflegerischen und sozialen Rahmenbedingungen zu helfen. „Wir legen besonderen Wert auf die Kontinuität der medizinischen und pflegerischen Versorgung und bemühen uns um eine Betreuung mit klarem Patientenfokus“, fasst Dr. Koch zusammen.

Wussten Sie, dass…

...das Krankenhaus Spittal an der Drau Teil des Netzwerks Geriatrie Kärnten ist?

Das Netzwerk ist der Zusammenschluss aller acht geriatrischen klinischen Abteilungen in Kärnten, ergänzt um Univ. Prof. Dr. Herbert Janig sowie Experten von der Fachhochschule Klagenfurt, aus dem Klinikum Klagenfurt und aus dem niedergelassenen, hausärztlichen Bereich.

Zu den Schwerpunkten des Netzwerks gehören wissenschaftliche Arbeiten, Vorträge und Fortbildungsangebote, das Verhandeln mit Kostenträgern sowie das Heben des Ansehens der Geriatrie und ihre Weiterentwicklung mit Projekten und Ideen.

Bild 1: „Den alten Menschen“ gibt es nicht. „Keine andere Patientengruppe ist so vielfältig wie die der Älteren“, hebt Dr. Koch hervor.

Bild 2: OA Dr. Michael Koch hat im Krankenhaus Spittal/Drau eine lange Geschichte: hier hat er sowohl seine Turnusausbildung, als auch seine Ausbildung zum Facharzt für Innere Medizin absolviert.

Bild 3: Im Einsatz für die Seniorinnen und Senioren Oberkärntens: OA Dr. Koch
und sein Team vereinen in ihrer Arbeit Menschlichkeit und Kompetenz
und machen eine bessere Lebensqualität im Alter möglich.