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Billrothstraße 1, 9800 Spittal/Drau

30.11.2018

Gesundheitsqualität beginnt im Darm

Darmkrebs gilt als eine der häufigsten Krebsarten in der westlichen Welt, in Österreich gibt es jährlich rund 4.500 Neuerkrankungen.

Während in alten Sprichwörtern der Darm als Signal für Gesundheit oder Krankheit gilt, kann auch der Darm selbst zum Krankheitsträger werden. Die Diagnose und die entsprechende Behandlung inklusive Nachsorge in diesem Bereich werden im Krankenhaus Spittal/Drau großgeschrieben. Der hohe Qualitätsmaßstab wurde nun erneut ausgezeichnet: Bereits zum vierten Mal in Folge erhielt das Krankenhaus Spittal/Drau das Gütesiegel Qualitätssicherung Darmkrebs verliehen.

Qualitätssiegel für die Darmkrebstherapie

Das Krankenhaus Spittal/Drau legt großen Wert auf eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung der Menschen in Oberkärnten. Aus diesem Grund entschloss sich das Krankenhaus vor knapp fünf Jahren dazu, die eigene Qualität in Bereich der Darmkrebsbehandlung auf den Prüfstand zu stellen. „Einmal im Jahr vergibt das Westdeutsche Darm-Centrum ein Gütesiegel für die Einhaltung von Qualitätskriterien, die sich an den europäischen und internationalen Leitlinien orientieren, an teilnehmende Krankenhäuser“, erklärt Primarius Dr. Alexander Pertl, der seit 2011 als Experte für Tumorchirurgie im Verdauungstrakt im Krankenhaus Spittal/Drau tätig ist.

85 Krankenhäuser und Gesundheitszentren in Deutschland und Österreich stellen sich derzeit dem Qualitätsvergleich. „In Österreich waren wir das erste teilnehmende Krankenhaus“, erzählt Dr. Pertl stolz. „Seitdem erhalten wir jedes Jahr die Bestätigung, dass sich unsere Patientinnen und Patienten auf eine überdurchschnittlich hohe Qualität im Bereich der Diagnose, Therapie und Nachsorge von Darmkrebs verlassen können.“ 

Bekenntnis zur Transparenz

Die Teilnahme am Qualitätsvergleich ist ein offenes Bekenntnis zu Transparenz, wie Dr. Pertl, der sich als Leiter der chirurgischen Abteilung dem Thema Qualitätssicherung widmet, erzählt. „Wir verpflichten uns nicht nur, unsere tägliche Arbeit leitliniengetreu durchzuführen, sondern stellen uns auch einem regelmäßigen, externen Conrtolling.“ Zwei Mal im Jahr erfolgt ein Monitoringbesuch, bei dem die selbsterhobenen Daten beispielsweise  über Diagnostik, Behandlung und Nachsorge sowie die Dokumentationqualität einer Überprüfung unterzogen werden.

Die Zwischenauswertung  ermöglicht es, Dokumentationsfehler oder spezielle Fragen zu erörtern und zu bearbeiten. Wenn es zu Abweichungen oder Auffälligkeiten kommt, können diese analysiert und, falls notwendig, entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden. „Insgesamt umfasst der Prü-fungsprozess jeweils ein Jahr. Ergebnis ist neben dem Gütesiegel auch ein Vergleich unter den Teilnehmern, bei dem wir uns im Spitzenfeld bewegen.“

Laufende Verbesserungen

Das Krankenhaus Spittal/Drau ist auch laufend um Verbesserungsmaßnahmen bemüht. Dr. Pertl schätzt dabei die gute Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen und nicht zuletzt seinem Team, das Verbesserungen und Entwicklungen mitträgt: „Wir setzen uns im Team regelmäßig mit den erhobenen Werten auseinander, identifizieren Verbesserungspotenziale und entwickeln Maßnahmen. So haben wir dort, wo es möglich ist, Vereinheitlichungen geschaffen oder beispielsweise Standardeingriffe bereits so hinterlegt, dass die Therapiemaßnahmen jederzeit für die beteiligten Kolleginnen und Kollegen nachvollziehbar sind.

Ebenso sorgen wir für laufende Fortbildungen, um die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse in unsere Arbeit einfließen zu lassen.“ Diese Maßnahmen machen sich nicht zuletzt bei den Ergebnissen des Gütesiegels bemerkbar: „Generell konnten wir feststellen, dass die Teilnahme am Benchmark Prozess eine steigende Qualität der medizinischen Versorgung bringt.“

Dr. Pertl gewährt auch einen Einblick in seine Zukunftspläne: „Für nächstes Jahr haben wir geplant, eine fünf-Jahres-Auswertung beim Westdeutschen Darm-Centrum anzufordern, die die dauerhaft hohe Qualität bei der Behandlung von Darmkrebs widerspiegelt.“ 

Chirurg als Hauptverantwortlicher

Dr. Pertl beschäftigt sich in seiner Funktion als Chirurg bereits seit den neunziger Jahren mit der Darmkrebsbehandlung. Im Arbeitsalltag kümmert er sich einerseits um die umfangreiche OP Aufklärung der Patientinnen und Patienten, die er als wesentlichen Teil der Behandlung versteht. Kern seiner Arbeit ist die operative Behandlung ebenso wie die unmittelbare Nachsorge und die Behandlung etwaiger Komplikationen nach der OP.

Im Schnitt werden im Krankenhaus Spittal/Drau 30 Dickdarmpatientinnen und -patienten pro Jahr operiert. Den Chirurgen sieht er als zentralen Verantwortlichen im Behandlungsprozess, da er am meisten zum Erfolg einer Behandlung beitragen kann: „Die Qualität der chirurgischen Leistung ist entscheidend für das Ergebnis und nicht zuletzt für das Wohl der Patientinnen und Patienten.“ Wohl fühlt sich auch Dr. Pertl: „Es ist immer wieder schön zu erleben, wie sich Patientinnen und Patienten nach erfolgreichen OPs von Herzen bedanken. Das gibt einem das gute Gefühl, seine Arbeit richtig gemacht zu haben.“

Wussten Sie, dass…

…Diagnose und Behandlung von Polypen, Krebsvorstufen und Darmkrebs im Frühstadium in einem gemeinsamen Schritt durchgeführt werden kann?

Ärzte empfehlen ab dem 50. Lebensjahr eine jährliche Vorsorgeuntersuchung in Form einer Darmspiegelung. Bei der sogenannten sanften Koloskopie werden für Patienten kaum merklich Gewebeproben entnommen. Etwaige Krebsvorstufen können in diesem Prozess direkt entfernt werden.

Bild 1: Primarius Dr. Alexander Pertl setzt sich für eine laufende Steigerung der medizinischen Versorgungsqualität im Krankenhaus Spittal/Drau ein.

Bild 2: Im Krankenhaus Spittal/Drau werden hohe Qualitatsmaßstäbe gesetzt, auch in der Ausbildung.