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Billrothstraße 1, 9800 Spittal/Drau

27.11.2020

Nach Unfällen in bester Hand

Es gibt wohl kaum jemanden, der nicht schon einmal unglücklich gestürzt ist, sich beim Sport eine Wunde zugezogen oder sich im Haushalt verletzt hat.

Wenn die Folge eines solchen Unfalls aber Brüche, Schnittwunden, Verrenkungen oder Sehnenverletzungen sind und zur Behandlung nicht mehr nur ein Pflaster reicht, versorgt das Team der Unfallchirurgie im Krankenhaus Spittal/Drau alle Patientinnen und Patienten mit derartigen Verletzungen aus dem Oberkärntner Raum. Noch bis Jahresende leitet Primarius Dr. Michael Schubert die Abteilung für Unfallchirurgie, Orthopädie und Traumatologie im Krankenhaus Spittal/Drau. Nach seinem Studium und der Ausbildung zum Allgemein- und Unfallchirurgen und einer Zwischenstation in Salzburg, verabschiedet er sich nach mehr als 25 Jahren im Krankenhaus Spittal/ Drau in die Pension. Besonders wertgeschätzt hat er das familiäre Verhältnis: „Wir sind ein sehr gut eingespieltes Team und betreuen gemeinsam und mit großem Engagement Patientinnen und Patienten in der Ambulanz und auf der Station. Auch konnten wir uns immer auf den Rückhalt und die Unterstützung der Leitung des Hauses verlassen“, so Dr. Schubert, der das auch seinem Nachfolger Dr. Wolfgang Kukutschki wünscht. Der Spezialist für Hand- und Fußchirurgie hat in Wien studiert und seine Fachausbildung angefangen, diese dann in Villach fortgesetzt, bis er 2001 als Oberarzt für Unfallchirurgie ins Krankenhaus Spittal/Drau kam.

Technologische Fortschritte

Beide Ärzte teilen die Leidenschaft für ihr Fach, das sich durch massive Entwicklungen in der Medizintechnik auszeichnet. „Vor 40 Jahren hat man zum Beispiel nur im besten Fall eine Hüftoperation bei betagteren Patientinnen und Patienten durchgeführt“, erzählt Dr. Schubert aus seinen Anfängen in der Unfallchirurgie. „Wo Patientinnen und Patienten früher teilweise Monate ans Krankenbett gefesselt waren und dann mit zusätzlichen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatten, können wir Patientinnen und Patienten heute binnen kürzester Zeit effektiv behandeln“, führt Dr. Kukutschki weiter aus. „Wo noch vor einigen Jahren große Werkzeuge notwendig waren, gibt es heute zarte Instrumente. So können wir zum Beispiel Gelenksverletzungen punktgenau versorgen und brauchen dafür oftmals nur mehr einen kleinen Schnitt. In der Fachsprache nennen wir das Knopflochchirurgie.“

Bedeutung der Tagesklinik

In den vergangen drei Jahren haben tagesklinische Eingriffe daher zunehmend an Bedeutung gewonnen. Das bedeutet, dass mittlerweile ein großer Teil an Verletzungen so rasch behandelt werden kann, dass die Patientinnen und Patienten das Krankenhaus bereits am gleichen Tag wieder verlassen können. Eingriffe zum Einsetzen von Prothesen sind beispielsweise sehr routiniert und selbst komplexe Trümmerbrüche oftmals nach wenigen Stunden bereits bestens medizinisch versorgt. Das erklärt, warum sich die Anzahl der operierten Patienten über die Jahre fast vervierfacht hat. „Noch vor 15 Jahren haben wir hier im Haus 670 Operationen im Jahr durchgeführt“, erinnert sich Dr. Schubert zurück. „Jetzt sind es bereits 2.600.“

Erfolgserlebnisse

Beiden Ärzten ist die Begeisterung für ihren Beruf anzumerken. Sie schätzen die Vielseitigkeit und den Blick für das große Ganze: „Jeder einzelne Patient und jede einzelne Patientin wird bei uns in seiner bzw. ihrer Gesamtheit betrachtet. Unabhängig vom Unfall muss man nicht nur seine aktuellen Werte, sondern auch seine Krankengeschichte kennen. Es liegt dann in unserer Verantwortung zu entscheiden, was die beste Behandlungsmethode für die Patientinnen und Patienten ist. Je nachdem, wofür ich mich entscheide, brauche ich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit der entsprechenden Expertise, muss ich für die notwendigen OP-Kapazitäten sorgen und mich laufend mit anderen Abteilungen abstimmen.“ Den Erfolg ihrer Arbeit sehen sie schnell: „Wenn ein verunglückter Motorradfahrer noch am Unfalltag erfolgreich operiert wird und dann schon zwei Tage später wieder erste Schritte mit Krücken am Gang geht, sind das Erlebnisse, die den Arbeitsalltag enorm bereichern“, freut sich Dr. Kukutschki.

Zukunftsausblick

Seiner neuen Aufgabe blickt Dr. Kukutschki gespannt entgegen: „Ich freue mich, die Leitung dieser Abteilung mit einem Top-Team zu übernehmen.“ Mit den neuen Gestaltungsmöglichkeiten steht für ihn nicht nur der Ausbau der angebotenen fachlichen Schwerpunkte am Programm, sondern er legt auch einen besonders großen Wert auf die Motivation sowie die Aus- und Weiterbildung seiner Kolleginnen und Kollegen. Das alles ist für ihn die Grundlage dafür, den persönlichen Kontakt zu den Patientinnen und Patienten noch weiter zu verbessern und die Zufriedenheit zu erhöhen. Denn im Zentrum ihres Handelns steht, getreu dem Motto des Krankenhauses, der Mensch.

Bild: Mit Jahresende übernimmt Dr. Wolfgang Kukutschki (li.) die Unfallchirurgie von Dr. Michael Schuberth (re.).