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Billrothstraße 1, 9800 Spittal/Drau

09.03.2021

Professionalität, Kompetenz und Herzlichkeit an der Radiologie mit zukünftig neuem Primarius

Wenn ein Röntgen, ein Ultraschall, ein CT oder ein MRT angeordnet wird – alles Fachbegriffe, die jeder schon das eine oder andere Mal gehört hat – dann sind es die MitarbeiterInnen und Mitarbeiter der Radiologie, die den Patientinnen und Patienten den Ablauf erklären, die Untersuchung durchführen und nicht zuletzt einen Befund erstellen.

Nachdem er die Abteilung für Radiologie im Krankenhaus Spittal/Drau aufgebaut, stets gerätetechnisch auf dem neuesten Stand gehalten und laufend weiterentwickelt hat, legte Prim. Dr. Manfred Umschaden vergangenen Monat nach 21 Jahren seine Funktion nieder. Er widmet sich fortan der Leitung des MR Instituts Spittal/Drau bzw. der Eröffnung seiner eigenen Röntgen-Ordination in Klagenfurt. Ihm folgt mit Beginn diesen Monats Prim. Dr. Lukas Oberzaucher nach, der das Haus bereits aus verschiedenen beruflichen Stationen bestens kennt und mit knapp 45.000 MRTund CT-Befunden in den letzten sechs Jahren ein echter Spezialist in seinem Fachgebiet ist. In einem Interview stellt der neue Primarius sich und seine Leidenschaft, die Radiologie, vor.

Herr Prim. Dr. Oberzaucher, erzählen Sie von Ihren beruflichen Stationen, die Sie schließlich ins Krankenhaus Spittal geführt haben. 

Es ist so, dass ich in den letzten 15 Jahren im Rahmen meiner ärztlichen Tätigkeit immer wieder eine „Wegstrecke“ im Krankenhaus Spittal/Drau eingelegt und geschätzt habe und das war schließlich auch meine Motivation, wieder in dieses Haus, wo schon mein Vater im Jahr 1950 geboren wurde, zurückzukehren. Bereits mein Studium in Graz war von ersten Praktika und Famulaturen im Krankenhaus Spittal/ Drau geprägt, in deren Anschluss auch meine Ausbildung zum Allgemeinmediziner folgte. Nach meiner Ausbildung zum Facharzt für diagnostische und interventionelle Radiologie im BKH Lienz und im Klinikum Klagenfurt kehrte ich als Oberarzt für mehrere Jahre erneut ins Krankenhaus Spittal zurück. Die letzten beiden Jahre war ich als stellvertretender Geschäftsführer im MRCT-Institut Maria Hilf in Klagenfurt tätig.

Was zählt zu ihren neuen Aufgaben als Primarius?

Als Leiter eines Teams mit 3 Oberärzten, einer Assistenzärztin, 16 Radiotechnologinnen und -technologen sowie dem dazugehörigen Sekretariat werde ich zukünftig auch administrative und logistische Aufgaben übernehmen. Zu einem großen Teil meiner Zeit werde ich aber natürlich weiterhin aktiver Mediziner bleiben. Aufgrund meiner Leidenschaft für meinen Beruf ist mir das auch ein besonderes Anliegen.

Was macht ein Radiologe eigentlich genau?

Auch wenn sich ein typischer Arbeitstag zwischen Instituts- und Krankenhaus- Radiologie unterscheidet, sind wir ganz vereinfacht ausgedrückt dafür verantwortlich, Antworten auf medizinische Fragestellungen zu finden. Eine Kollegin oder Kollege aus einem beliebigen medizinischen Fachbereich weist uns Patientinnen/Patienten mit einer bestimmten Fragestellung zu, um eine spezifische Untersuchung durchzuführen. Als sozusagen „Schnittstelle“ zwischen Menschen und hochmoderner Technologie ist es unsere Aufgabe, aus unseren gewonnenen „Körperbildern“ eine exakte Diagnose zu stellen oder zumindest Differenzialdiagnosen soweit einzuengen, damit unsere Zuweiser eine Entscheidungsgrundlage erhalten. Auf dieser Basis können sie die richtigen weiteren Schritte einleiten und natürlich letztlich die beste individuelle Behandlungsmethode für unsere Patientinnen/ Patienten durchführen.

Was verstehen Sie unter „Schnittstelle“ zwischen Mensch und Technologie?

In der Radiologie führen wir neben konventionellen Röntgenuntersuchungen, Sonographien (Ultraschall), Computertomographien (CT), Magnetresonanztomographien (MRT), auch schnittbildgesteuerte Interventionen (z.B. Gewebeentnahmen, Abszessdrainagen oder Nervenwurzelblockaden) durch. Ermöglicht wird uns das durch den Einsatz hochkomplexer medizinischer Geräte, deren Anwendung großes Wissen und vor allem viele Jahre an Erfahrung erfordert. Nur das MRT betrachtet, gibt es beispielsweise unzählige verschiedene Varianten, wie eine Untersuchung durchgeführt werden kann. Und jede führt zu einem anderen Ergebnis bzw. Bildeindruck. Das heißt, wir müssen uns stets auf unsere zugewiesene Fragestellung verlassen, um das dafür richtige Untersuchungsprotokoll durchzuführen um Antworten zu liefern. Ich selbst bin auf die sogenannte Schnittbild-Diagnostik spezialisiert, darunter fallen alle Verfahren (US, CT, MRT), bei denen der untersuchte Mensch schichtweise gescannt und anhand tausender gewonnener Bilder analysiert wird.

Was gefällt Ihnen besonders an Ihrem Beruf?

Das Schöne an der Radiologie ist, dass wir mit allen medizinischen Fachgebieten zu tun haben. Das bedeutet intensiven Kontakt und Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus allen Sparten der Medizin, den ich schon immer sehr geschätzt habe. Gleichzeitig heißt das aber auch, sich in allen medizinischen Fachgebieten diagnostisch auszukennen und Erfahrung zu haben. Dieses sehr breite Spektrum der Medizin und letztlich auch der richtungsweisende Aspekt unserer Bemühung macht für mich die radiologische Arbeit so spannend und schön.

Was ist die größte Herausforderung eines Radiologen?

Das nicht Offensichtliche zu erkennen, ist eine Herausforderung, der wir uns täglich stellen.

Wie stellen Sie sich die Zukunft der Radiologie im Krankenhaus Spittal vor?

Ich habe das große Ziel, gemeinsam mit dem gesamten Team ein radiologisches Zentrum zu schaffen, das sich durch Professionalität, Kompetenz und Herzlichkeit für die Oberkärntner Bevölkerung auszeichnet, seinen guten Ruf weiterhin aufrechterhält erhält und über die bisherigen Grenzen hinaus Wertschätzung und Interesse erfährt. Zudem werde ich spätestens ab Sommer 2021 eine MRCT-Privatordination im KH-Spittal eröffnen, welche die Möglichkeit bieten wird, innerhalb von 1-2 Tagen ambulante MRT- und CT-Untersuchungen kurzfristig aufzuarbeiten und mit persönlichen Befundbesprechungen der Kärntner Bevölkerung auch im privaten Bereich beiseite stehen zu können. Zusammenfassend soll es unser Selbstverständnis sein, uns als Verbindungsstelle zwischen Patientinnen und Patienten, zuweisenden Kolleginnen und Kollegen und der hochmodernen radiologischen Technologie zu verstehen, wodurch wir qualitativ hochwertige Diagnosen liefern und in Folge die richtigen therapeutischen Maßnahmen ermöglichen können. Dabei werde ich als Vorbild agieren und blicke dieser Aufgabe mit großem Verantwortungsbewusstsein, Respekt und Freude entgegen.

Bild 1: Die in der Radiologie eingesetzten medizinischen Geräte werden immer wieder als Wunderwerk der Technik angesehen.

Bild 2: Dr. Lukas Oberzaucher blickt seiner neuen Aufgabe mit Freude entgegen.