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Billrothstraße 1, 9800 Spittal/Drau

22.12.2020

Rückblick auf ein ungewöhnliches Jahr

Heuer neigt sich ein besonderes, verrücktes, herausforderndes und alles andere als einfaches Jahr dem Ende zu. COVID-19 hat und wird vermutlich auch noch im kommenden Jahr Begleiter des täglichen Lebens sein, so wie kaum ein anderes Ereignis zuvor.

Mittendrin stehen die Ärztinnen und Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger und eine Vielzahl an anderen Partnern und Helfern dieses Landes, die täglich größten Einsatz und Engagement gezeigt haben, um der Lage Herr zu werden. Rund 500 von ihnen leisten als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Krankenhaus Spittal/ Drau ihren Beitrag dazu, diese Ausnahmesituation zu meistern und die Gesundheitsversorgung der Menschen in Oberkärnten sicherzustellen.

Ein Jahr geprägt von COVID-19

Den Krankenhausalltag hat COVID-19 in diesem Jahr einmal mehr, einmal weniger auf den Kopf gestellt, wie sich der medizinische Leiter Dr. Gerald Bruckmann erinnert. „Bereits im Februar haben wir im Krankenhaus einen Krisenstab einberufen, der zum Schutz aller, Patientinnen und Patienten ebenso wie Kolleginnen und Kollegen, eine Vielzahl an vorbeugenden und vorbereitenden Maß-nahmen umsetzte.“ Um Verdachtsfälle abzuklären, ohne mit anderen Patientinnen und Patienten oder den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hauses in direkten Kontakt zu kommen, wurden Anfang März zwei entsprechend ausgestattete Testcontainer als erste Anlaufstelle vor dem Eingang zum Ambulanzbereich eingerichtet. Als weitere Schutzmaßnahme wurden die ohnehin bereits strikten Hygienestandards noch weiter verschärft. Das beinhaltete beispielsweise das Tragen zusätzlicher Schutzausrüstung. Es folgte ebenso eine Verschiebung aller nicht medizinisch wesentlichen und vordringlichen Operationen, um Kapazitäten für Akutfälle freizuhalten. Durch die Schaffung von räumlich und organisatorisch vollkommen voneinander getrennten Bereichen wurden die Voraussetzungen dafür geschaffen, das Haus auf COVID-19 Patientinnen und Patienten vorzubereiten. „All das ist im März innerhalb kürzester Zeit passiert“, erzählt Dr. Bruckmann. „Mit einer Besserung der Situation im späten Frühjahr konnte Schritt für Schritt wieder ein wenig Normalität bei uns im Haus einkehren.“ Mit April wurden dringend notwendige Operationen in den Bereichen Chirurgie, Orthopädie/Traumatologie und Gynäkologie wieder aufgenommen, im Monat darauf folgten Operationen in allen anderen Bereichen. Auch das Besucherverbot wurde Mitte Mai gelockert, ist jedoch situationsbedingt seit Mitte November wieder in Kraft.

Blick nach vorn: Baustart Bauteil NORD

Trotz allem hat das Krankenhaus Spittal/Drau heuer einen weiteren Meilenstein für die Zukunft des Hauses gesetzt, wie die Verwaltungsdirektorin Andrea Samonigg-Mahrer erzählt: „Zur Verbesserung der tagesklinischen Leistungen investieren wir 2020 und 2021 in einen Zubau des Bauteil Nord sowie in diesem Zusammenhang auch in einen Umbau im bestehenden Gebäude.“ Die Umsetzung des Bauvorhabens ist herausfordernd. Damit es keine Einschränkungen in der medizinischen und pflegerischen Versorgung der Patientinnen und Patienten gibt, wird das Bauvorhaben während des laufenden Betriebes umgesetzt. „So wird beispielsweise im 4. Obergeschoß im OP-Trakt ein zusätzlicher Operationssaal 5 während des laufenden Betriebes errichtet sowie die Einschleuse der Patientinnen und Patienten in den OP-Trakt erneuert.

Dies ist für die Planer, die Arbeiter und auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krankenhaus Spittal/Drau eine logistische und lärmbelastende Herausforderung“, erklärt Ing. Roland Schmid, Technischer Leiter für den Bau im Krankenhaus Spittal/ Drau. „Weiters müssen bestehende Geräte wie beispielsweise Sterilisatoren im Bestand abgebaut dann im Neubau aufgebaut, abgenommen und wieder in Betrieb genommen werden. Und das alles binnen kürzester Zeit, um den laufenden Betrieb nicht zu beinträchtigen.“ Die Bauarbeiten werden durch COVID-19 Schutzmaßnahmen erschwert, die zum Teil ebenso streng sind, wie die Maßnahmen für das medizinische und pflegerische Personal. Auf die Einhaltung wird besonders großes Augenmerk gelegt, betont Ing. Schmid: „Bei sämtlichen Arbeitern gibt es eine tägliche Fieberkontrolle mit Aufzeichnung. Sobald ein Arbeiter im Gebäude des Krankenhauses tätig ist, was für manche Arbeiten erforderlich ist, muss sich dieser noch zusätzlich beim Portier anmelden, wird wie jeder andere Besucher befragt und die Temperatur überprüft und darf natürlich nur mit einer FFP2-Maske ausgestattet Arbeiten durchführen.“

Meilensteine für die Zukunft

Nach den Genehmigungen der Bau- und Sanitätsbehörde heuer im Sommer wurde das Bauvorhaben am 24. August 2020 gestartet. Der Zubau Bauteil NORD umfasst ein Kellergeschoß mit Tiefgarage und fünf oberirdische Geschoße. Heute, knappe vier Monate nach Baustart stehen bereits ein Großteil der Fläche des Kellergeschoßes sowie ein erstes Geschoß. Wie schnell der Bau voran geht, wenn die Rahmenbedingungen z.B. Witterung passen, verrät Roland Schmid: „Laut Bauzeitplan ist geplant, dass jedes weitere Geschoß innerhalb von drei Wochen errichtet wird. Somit sollte zu Ostern bereits der Rohbau bis ins 4. Obergeschoß fertig gestellt sein.“

Große Meilensteine für das kommende Jahr sind die Inbetriebnahme der neuen Tiefgarage Mitte 2021 und die Fertigstellung des Zubaus im Herbst, mit dem die Umsiedelung beginnen kann. Nach der Umsiedelung folgen Adaption und Umbau der Bereiche im Bestand. Ein schöner Ausblick auf das kommende Jahr: Aus heutiger Sicht ist es geplant, alle neuen bzw. neu gestalteten Bereiche Ende 2021 in Betrieb zu nehmen.

Bild: Die Baustelle ist in vollem Gang