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Billrothstraße 1, 9800 Spittal/Drau

16.06.2021

Von der Arbeit im und außerhalb des Krankenhaus Spittal/Drau

Bedingt durch die Covid- 19-Pandemie steht sie im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, wie sonst nur bei persönlicher Betroffenheit: Die Rede ist von der Intensivstation.

Auch im Krankenhaus Spittal/ Drau spielt die Versorgung schwerkranker Covid-19- Patientinnen und Patienten seit dem Beginn der Pandemie eine wesentliche Rolle. Umso größer ist die Erleichterung und Freude bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern darüber, dass die Durchimpfungsrate steigt, Ansteckungen sinken und auch ein deutlicher Rückgang der Intensivpatientinnen und -patienten zu beobachten ist. Jemand, der das selbst miterlebt und begleitet hat, ist Dr. Andreas Egarter. Seit fünf Jahren leitet er die interdisziplinäre Intensivstation im Krankenhaus Spittal/Drau und ist seit Anfang des Jahres außerdem erster Oberarzt der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin. In einem Interview erzählt er von seiner ärztlichen Tätigkeit im und außerhalb des Krankenhauses, seiner Leidenschaft für den Beruf und den Besonderheiten, die diese Arbeit mit sich bringt.

Herr Dr. Egarter, welcher Weg hat Sie ins Krankenhaus Spittal/Drau geführt?

Ich bin in Spittal an der Drau aufgewachsen und lebe seit dem Abschluss Von der Arbeit im und außerhalb des Krankenhaus Spittal/Drau meines Medizinstudiums in Wien auch heute wieder hier. Schon meine Ausbildung zum Allgemeinmediziner und zum Notarzt habe ich hier im Krankenhaus absolviert. Unterbrochen von einem Ausflug nach Klagenfurt für die Facharztausbildung und einem Lehrgang für interdisziplinäre Intensivmedizin in Linz bin ich nun bereits seit 2010 wieder in Spittal tätig. Und das mit großer Freude.

Welche Aufgaben gehören zum Berufsalltag als Oberarzt für Intensivmedizin und Anästhesie?

Den größten Teil meiner Zeit verbringe ich an der Intensivstation, wo wir als Team für die bestmögliche Versorgung der schwerkranken Patientinnen und Patienten arbeiten. Zum Aufgabenspektrum eines Anästhesisten gehört neben der Schmerztherapie auch der Bereich der Prämedikationsambulanz, in der wir uns der Voruntersuchung und Aufklärung über Narkoseverfahren im Vorfeld von Operationen widmen. Im Bereich der Anästhesie steht die Durchführung und Überwachung der Narkoseverfahren im Rahmen von Operationen im Fokus. Gemeinsam mit Primarius Dr. Stock bin ich als erster Oberarzt seit Anfang des Jahres auch für organisatorische Tätigkeiten, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ihre Ausbildung sowie für die Weiterentwicklung der Abteilung zuständig. Neben Ihrer Tätigkeit im Krankenhaus sind Sie auch außerhalb des Krankenhauses medizinisch im Einsatz. Welcher Tätigkeit gehen Sie genau nach? Notarzttätigkeiten gehören für mich fast seit dem Beginn meiner Arztlaufbahn zum beruflichen Alltag dazu. Seit über 10 Jahren bin ich am Notarztstandort in Spittal sowie am Rettungshubschrauber RK1 tätig. Notfallmedizin ist unglaublich herausfordernd und faszinierend zugleich. Es gilt zum Beispiel in kürzester Zeit zu entscheiden, wie eine verunglückte Person im alpinen Gelände mit einer Seilwinde in den fliegenden Helikopter gebracht und dafür medizinisch bestmöglich vor Ort versorgt werden kann.

Was begeistert Sie an Ihrem Beruf?

Es ist ein Beruf, bei dem man ein unmittelbares Ergebnis der Arbeit sieht. Ich bin einerseits fasziniert davon, dass Patientinnen und Patienten dank der modernen Anästhesieverfahren auch nach großen Operationen noch am gleichen Tag wach und schmerzfrei sind. Im Bereich der Intensivmedizin freut es mich jedes Mal aufs Neue, wenn schwerkranke Patientinnen und Patienten nach einer überstandenen Krankheit wieder gesund nach Hause gehen. Ich bin dankbar, einen Beruf gewählt zu haben, der es mir ermöglicht, zur Zufriedenheit und Lebensqualität der Menschen beizutragen.

Weil Sie das Thema Methoden und Verfahren angesprochen haben: Welche Rolle spielen medizinische Geräte in Ihrem Arbeitsalltag?

Gerade in meinem Fachgebiet spielen medizinische Geräte eine bedeutende Rolle. Sie erlauben eine sehr detaillierte Überwachung und Steuerung gewisser Körperfunktionen und übernehmen diese lebenswichtigen Funktionen zum Teil sogar. Man denke hier nur an Geräte, die die Kreislauffunktionen überwachen, Apparate zur Blutwäsche oder Beatmungsmaschinen, die bei Intensivpatientinnen undpatienten manchmal überlebensnotwendig sind. Wir haben das Glück, dass wir hier im Krankenhaus Spittal/Drau eine hochmoderne Ausstattung zur Verfügung haben, die uns die bestmögliche Versorgung und Behandlung unserer Patientinnen und Patienten ermöglicht. Dies gelingt jedoch nicht nur durch die Bereitstellung der Gerätschaften alleine. Die zum Großteil speziell ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Ärztinnen und Ärzte, diplomierte Pflegekräfte und viele andere Berufsgruppen arbeiten interdisziplinär, gemeinsam und mit großer Motivation für das Patientenwohl. Dies merkt man auch an der Zusammenarbeit und der Kommunikation, die hier im Haus wirklich ausgezeichnet ist.

Was nehmen Sie sich für die Zukunft vor?

Es ist mir, wie auch schon in der Vergangenheit, ein Anliegen, die menschliche Komponente der Arbeit hervorzuheben und eine einfühlsame Behandlung unserer Patientinnen und Patienten zu gewährleisten. Ich möchten den Herausforderungen, die die Zukunft bringt, auch weiterhin motiviert, engagiert und im Team entgegentreten. Es ist mir wichtig, professionell und nach dem aktuellen medizinischen Wissensstand zu arbeiten. Deshalb lege ich großen Wert auf meine eigenen Fortbildungen sowie die Aus- und Weiterbildung der Kolleginnen und Kollegen in der Abteilung und im Krankenhaus, wo ich regelmäßig Reanimationsschulungen durchführe.

Eine kontinuierliche Weiterentwicklung ist aus meiner Sicht der richtige Weg, um bestmöglich für unsere Patientinnen und Patienten da zu sein. Ganz getreu dem Motto des Krankenhauses „Weil der Mensch zählt.“

Bild1: EOA Dr. Andreas Egarter ist leidenschaftlicher Intensivmediziner.

Bild 2: Bei der Anästhesie steht die Durchführung von Anästhesieverfahren sowie die Überwachung der Körperfunktionen bei Operationen im Mittelpunkt.