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Billrothstraße 1, 9800 Spittal/Drau

13.04.2021

Von Patientinnen und Babys

Speziell im Bereich der Frauenheilkunde ist es das Team der Gynäkologie und Geburtshilfe, die auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Patientinnen eingeht.

Gerade das letzte Jahr der Covid-19 Pandemie hat gezeigt, wie wichtig die ständige Weiterentwicklung der medizinischen und pflegerischen Versorgung ist. Seit 95 Jahren leistet das Krankenhaus Spittal/ Drau Tag für Tag aufs Neue einen unverzichtbaren Beitrag zur Gesundheitsversorgung der Oberkärntner Bevölkerung. Die mehr als 520 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten Hand in Hand abteilungsübergreifend miteinander und stehen den Patientinnen und Patienten in jeder Situation fachkundig zur Seite. Speziell im Bereich der Frauenheilkunde ist es das Team der Gynäkologie und Geburtshilfe, die auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Patientinnen eingeht.

Seit Februar unterstützt Dr. Harald Hipp als erster Oberarzt den Primar der Abteilung, Dr. Gerald Rauter, an der Führungsspitze. Der gebürtige Oberkärntner ist bereitsseit Mai 2017 im Krankenhaus Spittal/Drau als Oberarzt tätig und hat dort seitdem die ausgezeichnete Zusammenarbeit im Team und die kurzen Abstimmungswege im Haus sehr zu schätzen gelernt. In einem Interview stellt der 1. Oberarzt sich selbst und seinen Fachbereich vor.

Dr. Hipp, wenn man den Begriff Gynäkologie hört, denkt der Durchschnittsbürger zuerst einmal an Geburten. Was gehört denn alles zu diesem medizinischen Fachgebiet?

Die Frauenheilkunde ist ein sehr vielfältiges Fachgebiet, bei dem es in jedem Bereich einer speziellen Expertise bedarf. Aufgrund dessen gibt es bei uns im Team einige Spezialisierungen. Dazu gehört natürlich der Bereich der Geburtshilfe, ebenso wie die Pränatalmedizin, also die Behandlung von Schwangeren und deren ungeborenen Kindern sowie Kinderwunschbehandlungen. Gleichzeitig haben wir im Krankenhaus auch eine Spezialisierung für konservative Onkologie, die sich mit der Behandlung und Betreuung krebskranker Patientinnen befasst und dann gibt es mit dem operativen Schwerpunkt noch mein persönliches Fachgebiet.

Was kann man sich unter einem operativen Schwerpunkt in der Gynäkologie vorstellen?

Primarius Dr. Gerald Rauter und ich beschäftigen uns schwerpunktmäßig mit allen Erkrankungen und Beschwerden im Unterleibsbereich, die einen operativen Eingriff erforderlich machen. Dazu gehört zum Beispiel die Behandlung der Endometriose sowie die Beckenbodenchirurgie, welche oftmals bei Senkungszuständen zum Einsatz kommt oder Behandlungen bei Inkontinenz ebenso wie bei gut- oder bösartigen Wucherungen in der Gebärmutter oder an den Eierstöcken. Worauf wir hier im Krankenhaus besonders großen Wert legen, sind minimalinvasive Operationsmethoden. Bei diesen schonenden Eingriffen werden nur sehr kleine Schnitte gemacht, wodurch unsere Patientinnen von kürzeren Erholungszeiten profitieren.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Von fünf normalen Arbeitstagen verbringe ich vier Tage im Operationssaal. Ein klassischer Arbeitstag beginnt mit einer Visite, gefolgt von einer Morgenbesprechung im Team, während ich meistens den Rest des Tages operiere. Die übrige Zeit verbringe ich in einer Spezialambulanz, wo ich Patientinnen im Vorfeld von Operationen untersuche oder unseren Patientinnen auch in Sprechstunden zur Verfügung stehe, die wir im Krankenhaus speziell für Inkontinenzen, Beckenbodensenkungen und Endometriose anbieten. Auch Abstimmungen mit anderen Bereichen z.B. für gemeinsame Eingriffe mit der Allgemeinen Chirurgie finden in dieser Zeit statt. In den Nachtdiensten bin ich als Geburtshelfer im Einsatz, ein Bereich, mit dem ich unter Tags kaum in Berührung komme.

Hat sich Ihr Arbeitsalltag durch die COVID-19 Pandemie verändert?

Es ist wohl jedem bewusst, dass wir uns noch immer in einer ganz speziellen Zeit befinden. Die bereits ohnehin hohen Sicherheitsund Hygienestandards im Krankenhaus wurden noch weiter erhöht und wir legen großen Wert auf Schutzmaßnahmen für unsere Patientinnen und Patienten und für uns selbst. Davon einmal abgesehen sind wir nach einer Phase, in der nur akute und nicht verschiebbare Eingriffe durchgeführt wurden, seit dem Sommer wieder zurück im Normalbetrieb und lasten die OP-Kapazitäten voll aus.

Welche besonders schönen Erlebnisse schätzen Sie an Ihrem Beruf?

Geburten sind immer wieder ein schönes Erlebnis. Die Freude im Gesicht der Familien, wenn sie ihren Nachwuchs das erste Mal sehen, ist jedes Mal ein besonderer Moment. Es ist aber ein ebenso schönes Gefühl, wenn Patientinnen mit Erkrankungen oder Beschwerden zu uns kommen und das Krankenhaus nach einer erfolgreichen Operation wieder glücklich verlassen können, weil wir dazu beigetragen haben, ihre Lebensqualität zu steigern. Dass ich Menschen als Arzt generell helfen kann, ist der Hauptantrieb für meine Berufswahl gewesen.

Mit welchen Herausforderungen sind Sie im Arbeitsalltag konfrontiert?

So schön Geburten sind, so herausfordernd können sie auch sein: Der Ausgang einer Geburt ist oft schwerer planbar als ein operativer Eingriff. Wenn es wider Erwarten zu Problemen kommt, muss man manchmal binnen kürzester Zeit reagieren und die richtigen Entscheidungen treffen. Ebenso kann die hohe Frequenz an Patientinnen herausfordernd sein. Wir stellen jedoch den Anspruch an uns selbst, jede Patientin optimal zu betreuen, egal ob jemand um 8.00 in der Früh oder um 17.00 Uhr am Abend behandelt wird. Denn der Mensch steht bei unserer Arbeit immer im Mittelpunkt.

Gibt es etwas, dass Sie sich für die Zukunft der Abteilung vorgenommen haben?

Ich bin davon überzeugt, dass man nie auslernt. Dieser Einstellung folgend, wollen wir uns als Abteilung auch weiterhin entwickeln, mit anderen Fachexperten austauschen, neue Methoden kennenlernen und diese auch in unserem Haus umsetzen. Unser umfangreiches Angebot wollen wir so zum Beispiel im Bereich der Beckenbodenchirurgie weiter ausbauen und auch den Bereich der Endometriose vorantreiben. Unseren hohen Qualitätsanspruch wollen wir durch Zertifizierungen belegen. Kurz gesagt, es gibt viele Ideen für die Zukunft, die ich mich freue, gemeinsam mit Primarius Dr. Rauter und unserem Team umzusetzen.


Krankenhaus voll in Betrieb

Das Krankenhaus Spittal/Drau hat seit Beginn der Pandemie vor einem Jahr umfassende Schutzmaßnahmen für seine Patientinnen und Patienten ebenso wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter getroffen, die laufend neu bewertet werden. Die ausgezeichneten Sicherheitsvorkehrungen ermöglichen auch einen weiterhin aufrechten Krankenhausbetrieb.

Bild 1: Dr. Harald Hipp blickt seiner neuen Aufgabe mit Freude entgegen.

Bild 2: Primarius Dr. Gerald Rauter (li.) und Dr. Harald Hipp (re.) wollen
die Gynäkologie und Geburtshilfe gemeinsam weiter ausbauen.

Bild 3: Patientinnen und Babys sind im KH Spittal in besten Händen.