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Billrothstraße 1, 9800 Spittal/Drau

02.05.2018

Was wirklich zählt

100 Mbit/sec sind absolut notwendig, zwei Grad machen den Unterschied und 72 Stunden sind ein Maximum. Was bedeuten diese Zahlen?

Die Temperatur ist wohlig warm, im Hintergrund surren leise Geräte, die Dame bei der Aufnahme tippt eifrig Daten in den Computer – eine typische Empfangsszene in einem Krankenhaus. Im Falle des Krankenhauses Spittal an der Drau steckt dahinter ein ausgeklügeltes Energiekonzept, das vom Kelag-Konzern umgesetzt wird.

Vom Krankenzimmer ...

Nach der Aufnahme wird man als Patient normalerweise auf sein Zimmer gebracht. Und wer nicht zu sehr mit dem Einräumen seines Kastens oder dem Inspizieren der vielfältigen Bettfunktionen an der Fernbedienung beschäftigt ist, dem fällt vielleicht die angenehme Raumtemperatur auf: „Kranke Leute fühlen sich in warmer Umgebung wohler, daher ist die Temperatur im Schnitt um zwei bis drei Grad wärmer als in einem normalen Haushalt“, klärt Ing. Roland Schmid, Haustechnikleiter des Krankenhauses, auf.

... über Therapieräume und Labor ...

98 Krankenzimmer müssen ebenso beheizt werden wie Therapieräume, Labor und natürlich die Krankenhausküche. Als Patient besucht man sie meist alle, das Wärme- und auch Stromsystem dahinter fallen einem kaum auf. Dabei liegt eines doch auf der Hand: „Ein beständiges Stromnetz ist wichtig für den Betrieb, Stromausfälle sind fatal und beschädigen Geräte“, so Ing. Schmid. Und nicht nur das: Dabei geht es sogar um Leben und Tod, denkt man nur an lebenserhaltende Maschinen.Ein Notstromaggregat kann im Ernstfall zwar einspringen, nach maximal 72 Stunden ohne zusätzliche Betankung ist aber auch damit Schluss.

... bis hin zum Datenmanagement

So offensichtlich wie medizinische Geräte zum Krankenhaus gehören, so versteckt sind oft die Managementvorgänge. „Aufgrund von notwendigen Back-ups und Datenaustausch in medizinischen Netzen ist eine sichere und qualitativ hochwertige Web-Anbindung zwingend notwendig“, erklärt Mag. Samonigg-Marer, Geschäftsführerin im Krankenhaus Spittal an der Drau. 

Das Haus ist mit 100 Mbit pro Sekunden an den Datenhighway angeschlossen – vom Erstempfang des Patienten mit Datenaufnahme bis zu seinem Entlassen inklusive Befundweiterleitung. Bei genauerer Betrachtung eines Krankenhauses wird also klar: Was für die Spitalsbelegschaft notwendiger Alltag ist, nehmen die Patienten kaum wahr. Und doch sind die versteckten oft die entscheidenden Faktoren im täglichen Betrieb: Wärme, Strom, Internet – ein starkes Dreiergespann in Sachen Energie.

Krankenhaus Spittal an der Drau und Kelag – eine Kooperation in Zahlen

  • 98 Patientenzimmer werden beheizt
  • 4 Operationssäle, 1 Therapiebecken, 1 Labor, 1 Dialysestation und 1 Zentralküche werden beheizt, belüftet und klimatisiert
  • 5 Kälteanlagen und 15 Lüftungsanlagen werden betrieben
  • 2 bis 3 Grad Celsius beträgt der Temperaturunterschied zwischen Krankenhaus und Durchschnittshaushalt
  • 20 % des monatlichen Stromverbrauchs stammen von 2 Kälte- und 10 Lüftungsanlagen
  • 72 Stunden kann das Notstromaggregat das Krankenhaus maximal ohne zusätzliche Betankung versorgen
  • 100 Mbit pro Sekunde beträgt die Rate, mit der das Krankenhaus an den Datenhighway angeschlossen ist