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Billrothstraße 1, 9800 Spittal/Drau

26.11.2021

Weil der kleine Mensch zählt

Im Krankenhaus Spittal/ Drau sind im heurigen Jahr bereits rund 500 Kinder auf die Welt gekommen, im gesamten letzten Jahr waren es genau 547 Babys.

Glückliche Eltern begleiteten die neuen Erdenbürger und Erdenbürgerinnen bei ihren ersten Schritten in ihr Leben. Mit dabei sind auch die Kinderärzte des Krankenhauses, welche die Erstversorgung des Neugeborenen bei geplanten Geburten durchführen. Des Weiteren erfolgt durch die Kinderärzte die erste im Mutter- Kind-Pass vorgesehene Untersuchung.

Die beiden Ärzte, Dr. Karl Lingitz und Dr. Simon Schaller, sind auch diejenigen, die mit den Eltern ausführlich sprechen, falls im Rahmen der Untersuchung Fehlstellungen festgestellt werden. „In den meisten Fällen sind es lagebedingte Fehlstellungen im Halsbereich sowie der Wirbelsäule oder im Fußbereich“, erklärt Dr. Lingitz.

Physiotherapie für Babys

Diese Fehlstellungen – auch bekannt als Schiefhals, Hackenfuß, Kletterfuß oder Sichelfuß – sind kein Grund zur Sorge. „Eine derartige Diagnose stellen wir zwischen fünf und zehnmal im Monat“, so Dr. Schaller. Eines haben diese kleinen Menschen bereits mit den Erwachsenen gemein: je früher eine derartige Fehlstellung Weil der kleine Mensch zählt erkannt wird und je rascher mit den geeigneten physiotherapeutischen Maßnahmen begonnen wird, umso kürzer ist in der Regel auch die Dauer der Behandlung. Die Kinderärzte arbeiten eng mit den Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten zusammen und gemeinsam wird die Therapie festgelegt. Nach dem Aufenthalt im Krankenhaus Spittal/Drau erfolgt die Therapie im benachbarten Therapiezentrum, was für die Eltern und das Baby kurze Wege und gleichzeitig beste Abstimmung zwischen Ärzten und Therapeuten bedeutet.

Zeit nehmen und reden

„Es ist wichtig, dass wir uns Zeit nehmen und ausführlich mit den Eltern sprechen. Denn die Eltern sind wichtige Partner in der Durch- und Weiterführung der Therapie. Je genauer die Eltern aufgeklärt sind und je mehr sie über die Fehlstellung wissen, die eine Therapie erfordert, umso höher ist die Bereitschaft, diese auch entsprechend fortzuführen“, so Dr. Lingitz. Da die Babys natürlich nicht in der Lage sind, die physiotherapeutischen Übungen durchzuführen, werden die Eltern durch die Physiotherapeuten angeleitet. Es werden ihnen die Übungen gezeigt, die sie zuhause fortführen sollen. Auch die Frequenz, mit denen die Übungen absolviert werden sollen, wird in diesen Sitzungen besprochen. „Und wenn es Probleme geben sollte, sind die Therapeuten im Therapiezentrum oder auch wir Kinderärzte als Ansprechparter verfügbar“, erklärt Dr. Lingitz das Sicherheitsnetz für die Eltern. Ein Sonderfall sind die sogenannten „Schreikinder“ – von einem Schreibaby sprechen Ärzte und Wissenschaftler dann, wenn ein Kind an mindestens drei Tagen pro Woche länger als drei Stunden schreit und sich dieses Phänomen über mehr als drei Wochen hinzieht. Hier hilft oft eine osteopathische Behandlung, die ebenfalls im Therapiezentrum Spittal/Drau angeboten wird. Damit ist das Therapiezentrum Spittal/ Drau eine der wenigen Einrichtungen in Kärnten, bei dem eine derartige Behandlung möglich ist.

Traumberuf Kinderarzt

Für Dr. Lingitz und Dr. Schaller ist es eine besondere Freude, für die kleinen Menschen imKrankenhaus Spittal/Drau zuständig zu sein. Dies gilt nicht nur für Neugeborene, sondern auch für Kinder bis zum 18. Lebensjahr, die aufgrund einer plötzlich auftretenden Erkrankung in die Ambulanz des Krankenhauses kommen. Die Untersuchung des neugeborenen Babys ist der erste Kontakt mit den Kinderärzten des Hauses. Bevor die glücklichen Eltern mit ihren Babys nach Hause entlassen werden, findet nochmals eine Untersuchung des Neugeborenen statt. Dabei werden auch die Ultraschalluntersuchungen sowie das Screening auf angeborene Stoffwechselerkrankungen durchgeführt. „Diese Abschlussuntersuchung und die nachfolgende Besprechung mit den Eltern bietet nochmals die Gelegenheit, eventuelle offene Fragen zu beantworten, Therapien zu besprechen und ihnen mögliche Sorgen zu nehmen“ umreißt Dr. Schaller die verantwortungsvolle Aufgabe, die viel Verständnis für die Anliegen der Eltern erfordert.

Baby-friendly

Das Krankenhaus Spittal/ Drau steht nicht nur für medizinische und pflegerische Grundversorgung, es ist auch das erste „Babyfriendly Hospital“ in ganz Kärnten. Die eigenen hohen Standards, die sich das Krankenhaus Spittal/ Drau setzt, werden wiederkehrend geprüft. Wichtig ist, dass werdende Mütter und neugeborene Kinder in den ersten Lebensstunden und -tagen optimal betreut werden. Einige diese Kriterien sind beispielsweise das Stillen und das Stillen lernen des neugeborenen Babys. Aber auch die Möglichkeit, dass Mutter und Kind 24 Stunden am Tag beisammen im selben Zimmer verbringen können. Weil der große und der kleine Mensch zählen.

Bild 1: Dr. Simon Schaller und Dr. Karl Lingitz sind die Kinderärzte im Krankenhaus Spittal/Drau.

Bild 2: Physiotherapie und Osteopathie für Babys gibt es im Therapiezentrum Spittal/Drau.

Bild 3: Unser Kinderarzt bei der Untersuchung.