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Billrothstraße 1, 9800 Spittal/Drau

14.09.2021

Wenn Therapien Zuhause stattfinden

Mit der Ambulanten Geriatrischen Remobilisation bietet das Krankenhaus Spittal/Drau seit etwas mehr als einem Jahr ein besonderes Service für die Patientinnen und Patienten in Oberkärnten.

Das Krankenhaus Spittal/ Drau steht nicht nur für medizinische und pflegerische Gesundheitsversorgung auf höchstem Niveau, sondern stellt auch Patientennähe in den Mittelpunkt. Mit der Ambulanten Geriatrischen Remobilisation bietet das Krankenhaus Spittal/Drau seit etwas mehr als einem Jahr ein besonderes Service für die Patientinnen und Patienten in Oberkärnten. Bei diesem relativ neuen Konzept finden bestimmte Arten von Therapien nicht im Krankenhaus oder einem Therapiezentrum, sondern direkt bei den betroffenen Patientinnen und Patienten Zuhause statt. Wie das im Detail funktioniert, für welche Therapieformen das Angebot besteht und welche Vorteile der Ansatz bringt, erzählt Dr. Michael Koch, Departmentleiter für Akutgeriatrie und Remobilisation im Krankenhaus Spittal/Drau, der den Bereich gemeinsam mit DGKP Nadja Feistritzer aufgebaut hat.

Herr Dr. Koch, wie genau funktioniert die Ambulante Geriatrischen Remobilisation?

Ein jeweils zuständiger Arzt oder eine Ärztin – das kann ein Hausarzt sein oder auch behandelnde Medizinerinnen und Mediziner im Krankenhaus – legt im Zuge von Untersuchungen und Behandlungen fest, ob ein entsprechender Therapiebedarf vorliegt. Ist das der Fall, werden die Patientinnen und Patienten direkt bei uns für die Ambulante Wenn Therapien Zuhause stattfinden Geriatrischen Remobilisation angemeldet. Gestartet wird mit einer ärztlichen Untersuchung bereits direkt bei den Patientinnen und Patienten Zuhause. Im Anschluss folgt die meist fünf- bis sechswöchige Therapie, in der die Therapeutinnen und Therapeuten von Montag bis Freitag meistens zwei bis drei Mal wöchentlich mit den Patientinnen und Patienten arbeiten. Den Abschluss bildet eine erneute ärztliche Untersuchung, in der die Erreichung des vorab festgelegten Therapieziels evaluiert wird.

Was unterscheidet die Therapie Zuhause von der in einem Therapiezentrum?

Unsere Therapeutinnen und Therapeuten fahren zu den Patientinnen und Patienten nach Hause, um sie in ihrer gewohnten Umgebung (wieder) fit für den Alltag zu machen. Wir sehen uns die räumlichen Verhältnisse an – wie Stiegen oder auch die Platzierung von Möbeln – und können so gezielt auf die Gegebenheiten vor Ort eingehen und Verbesserungsvorschläge einbringen. Auch Angehörige können auf diese Weise leichter miteinbezogen werden. Für unsere Patientinnen und Patienten ist die Therapie dadurch komfortabler und mit weniger Stress, dafür aber mit rascheren Fortschritten verbunden.

Welche Therapieformen sind über die Ambulante Geriatrischen Remobilisation möglich?

Die Ambulante Geriatrische Remobilisation ist eigentlich ein Hybridmodell, bei dem das Krankenhaus Spittal/Drau als Serviceleistung für die Patientinnen und Patienten Therapien organisiert und vermittelt. Dabei ist es auch wichtig zu wissen, dass therapeutische Leistungen von der Krankenkasse bezahlt und nicht von Patientinnen und Patienten selbst getragen werden müssen. Unser Angebot ist vielseitig: Bei der Ergotherapie unterstützen wir Menschen mit eingeschränkter Handlungsfähigkeit. Zielführend zur besseren Bewältigung von Alltagssituationen werden entsprechende Therapiemaßnahmen, wie das Training von Bewegungsabläufen, Selbsthilfetrainings (z.B. Waschen, Anziehen) oder Alltagstrainings (z.B. Einkaufen, Umgang mit Hilfsmitteln) gesetzt. Im Rahmen der mobilen Physiotherapie geht es darum, die Selbstständigkeit im Bereich der Mobilität zu vergrößern. Mittels logopädischer Behandlungen unterstützen wir unsere Patientinnen und Patienten beim Erwerb sowie Erhalt sämtlicher Funktionen des Schluckens, des Sprechens, der Atmung und der Mundfunktion. Darüber hinaus kümmern sich unsere Sozialarbeiter um Beratung und Vermittlung pflegerischer oder sozialer Unterstützungsmöglichkeiten, übernehmen die Koordination der Zusammenarbeit mit extramuralen Einrichtungen, informieren über Sozialleistungen und leisten Hilfestellung bei Anträgen.

Für wen ist die Ambulante Geriatrische Remobilisation geeignet?

Dieses Angebot steht innerhalb unserer Kapazitäten für Patientinnen und Patienten zur Verfügung, die das benötigen bzw. die entsprechenden Kriterien erfüllen. Das Konzept kommt für eine Vielzahl unterschiedlicher Ansprüche zum Einsatz. Besonders davon profitieren Patientinnen und Patienten mit eingeschränkter Mobilität, sei es krankheits-, unfalloder altersbedingt, oder Personen, die aus anderen Gründen gewisse Wege nicht auf sich nehmen können.

Wie wird das Angebot angenommen?

Da das Angebot an Physio- oder Ergotherapeutinnen und -therapeuten im ländlichen Raum, in dem wir uns befinden, nicht so groß ist, machen wir Therapien für unsere Patientinnen und Patienten damit leichter zugänglich. Derzeit haben wir Kapazitäten, um 20 Personen zeitgleich zu betreuen. Wir merken unter anderem an der mittlerweile doch recht langen Warteliste, dass das Konzept, so wie wir es im Juli 2019 ins Leben gerufen haben, gut und gern angenommen wird.

Wer steht hinter der Amublanten Geriatrischen Remobilisation im Krankenhaus Spittal/Drau?

Wir sind ein eigenständiges, multidisziplinäres Team bestehend aus einer Logopädin, einem Physiotherapeuten, drei Ergotherapeuten, einer Sozialarbeiterin und einer diplomierten Krankenpflegerin, die sich um die Therapien und um die doch recht aufwändige Organisation dahinter kümmern. Da der Bezirk Spittal flächenmäßig relativ groß ist, ist es zum Teil eine logistische Herausforderung, dass alle Patientinnen und Patienten entsprechend dem festgelegten Therapieplan angefahren und betreut werden. Parallel dazu wird das Konzept von Ärztinnen und Ärzten aus dem Krankenhaus Spittal/ Drau begleitet. Was gefällt Ihnen besonders an der Ambulanten Geriatrischen Remobilisation? Es ist unser erklärtes Ziel, Mobilität wiederherzustellen oder zu verbessern. Ich finde es immer wieder motivierend, die Fortschritte der Patientinnen und Patienten zu sehen. Gleichzeitig bin ich davon begeistert, dass wir mit dem Konzept neue Wege gehen. Es ist nicht mehr so wie früher, dass Patientinnen und Patienten zum Therapeuten kommen müssen, sondern umgekehrt. Damit können wir ein Service anbieten, das sich komplett an den Patientenbedürfnissen orientiert. Und das steht ganz im Zeichen unseres Mottos – Weil der Mensch zählt!

Bild 1: Dr. Michael Koch schätzt das Therapiekonzept Zuhause sehr.

Bild 2: Das Team der Ambulanten Geriatrischen Remobilisation ist im Bezirk Spittal im Einsatz.

Am A. ö. Krankenhaus Spittal/Drau gelangt folgende Planstelle zur Besetzung:

Arzt/Ärztin für Allgemeinmedizin für die ambulante geriatrische Remobilisation Voll- und Teilzeit möglich


Ihr Aufgabengebiet beinhaltet die ärztliche Betreuung und Versorgung geriatrischer Patientinnen und Patienten, die Sie bezirksweit an ihrem Wohnort besuchen. Im Rahmen dieser Tätigkeit sind keine Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste vorgesehen.

Ihre Qualifikationen:

• Ausbildung zum Arzt/zur Ärztin für Allgemeinmedizin

• Diplom für Geriatrie (gemäß ÄAO 2006) bzw. Bereitschaft, diese Ausbildung zeitnah zu absolvieren

• Qualitäts-, Kompetenz- und Verantwortungsbewusstsein

• Engagiertes, kooperatives und kommunikatives Verhalten mit sozialer Kompetenz

• Fähigkeit zur konstruktiven Team- und interdisziplinären Zusammenarbeit

• Selbstständiges Arbeiten

Führerschein der Klasse B Nähere Informationen zur angebotenen Position finden Sie auf unserer Website www.khspittal.com im Karriereportal.