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Billrothstraße 1, 9800 Spittal/Drau

04.02.2020

Zu- und Umbau Bauteil NORD

Zur Verbesserung der tagesklinischen Leistungen investiert das Krankenhaus Spittal/Drau gemeinsam mit dem Land Kärnten 11,4 Mio. Euro in einen Zu- und Umbau. Der Baustart ist für Mai dieses Jahres geplant.

Das Krankenhaus Spittal/Drau garantiert allen Menschen in Oberkärnten gesundheitliche Versorgung auf höchstem Qualitätsniveau. Dazu wurde das Haus in den vergangenen Jahrzehnten in mehreren Baustufen umfassend erneuert und erweitert, die letzte Ausbaustufe wurde 2012 abgeschlossen.„2020 gehen wir den nächsten Schritt. Im Laufe dieses und des kommenden Jahres erfolgt der Zu- und in diesem Zuge auch Umbau des Bauteil NORD“, erklären die zuständige Referentin LH-Stv.in Dr.in Beate Prettner und die Geschäftsführerin des Krankenhaus Spittal/Drau, Mag. Andrea Samonigg-Mahrer, die ergänzt: „Das Bauvorhaben wird im laufenden Betrieb umgesetzt. Für unsere Patientinnen und Patienten wird es dadurch keine Einschränkungen in der medizinischen und pflegerischen Versorgung geben.“

Nach umfassenden Detailplanungen im vergangenen Jahr stehen nun die behördlichen Genehmigungsverfahren bevor. Der Baustart ist für Mai 2020 vorgesehen. Auch die Stadtgemeinde Spittal begrüßt das Projekt. „Durch den geplanten Um- und Ausbau wird das Krankenhaus Spittal an der Drau als gesundheitsmedizinischer Mittelpunkt Oberkärntens noch moderner und effizienter. Für die Stadt und den Bezirk bedeutet diese Investition eine Sicherstellung und Verbesserung der medizinischen Versorgung rund um die Uhr – 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr“, sagt Gerhard Pirih, Bürgermeister der Stadtgemeinde. „Wir sind sehr stolz, dass das Krankenhaus Spittal gemeinsam mit dem Land Kärnten und der Stadtgemeinde Spittal für den Ausbau 11,4 Millionen Euro in die Hand nimmt und somit auch in Zukunft die bestmögliche Versorgung für die Bevölkerung bereitstellen kann.“ 

Veränderte Rahmenbedingungen erfordern bauliche Maßnahmen

Die Notwendigkeit für den Zu- und Umbau liegt in den sich seit 2005 – zum Zeitpunkt der letzten größeren baulichen Planungen – geänderten Rahmenbedingungen. So bewegt sich die Auslastung in etlichen Bereichen bereits am Limit, während sich gleichzeitig eine zunehmende Verlagerung der Leistungen vom stationären in den ambulanten bzw. tagesklinischen Bereich zeigt. Allein in den letzten drei Jahren erhöhte sich die Besucherfrequenz in der Ambulanz des Krankenhaus Spittal/Drau um nahezu 20%, vergleichbare Zahlen finden sich auch bei den tagesklinisch durchgeführten Operationen. Das ist zum einen dem medizinischen Fortschritt, zum anderen aber auch der zunehmenden Nachfrage nach kürzeren Krankenhausaufenthalten der Patientinnen und Patienten geschuldet. Das Krankenhaus Spittal/Drau als auch das Land Kärnten erwarten sich, durch den Zu- und Umbau noch besser auf die Anforderungen der Patientinnen und Patienten eingehen zu können. „Wir schaffen mit dem Projekt optimale Rahmenbedingungen, um das hohe Qualitätsniveau zu sichern, aber gleichzeitig die Effizienz weiter zu erhöhen. Davon werden die Menschen Oberkärntens profitieren“, ist Andrea Samonigg-Mahrer überzeugt. 

11,4 Mio. Eurofür fünf-geschossigen Zubau

Die architektonische Lösung sieht die Errichtung eines fünf-geschossigen neuen Gebäudeteils im Norden des Krankenhauses (Bauteil NORD) vor, das optisch an das Erscheinungsbild des bestehenden Gebäudes angepasst wird. Der Zubau wird auf allen Ebenen direkt an das bestehende Gebäude angebunden und sieht eine Neuorganisation einzelner Funktionsbereiche vor. Dadurch soll der in manchen Bereichen dringend benötigte Platz geschaffen und Arbeitsabläufe optimiert werden. Gleichzeitig sind diese baulichen Veränderungen die Grundlage für den Umbau der Ambulanz im Bauteil WEST, der je nach Baufortschritt für Herbst/Winter 2021 geplant ist. LH-Stv.in Beate Prettner erklärt außerdem, dass der Zu- und Umbau zukunftsweisende Anforderungen umsetzt: „Mit dem im Dezember 2019 verabschiedeten Regionalen Strukturplan Gesundheit 2025 sehen wir eine weitere Verstärkung tagesklinischer Leistungen und die Entflechtung der Patientenströme vor. Darauf werden wir in Zukunft auch im Krankenhaus Spittal/Drau bestens vorbereitet sein.“ Das Investitionsvolumen für den Zu- und Umbau des Bauteils NORD beträgt insgesamt rund 11,4 Mio. Euro. Die Gesamtkosten für das Projekt werden zu 90% Prozent vom Land Kärnten getragen, die verbleibenden Kosten finanziert das Krankenhaus Spittal/Drau selbst.

Eigener Bereich für die Tagesklinik

Ein wesentlicher Aspekt der baulichen Neugestaltung ist die organisatorische Trennung zwischen Stations- und tagesklinischem Betrieb. Im Erdgeschoss des Zubaus wird für die Tagesklinik ein Bereich mit eigenem Eingangs- und Wartebereich, sowie acht Betten und den notwendigen Funktions- und Nebenräumen geschaffen. Das ist zukünftig der Ausgangspunkt für die tagesklinischen Leistungen in den Bereichen der klassischen Chirurgie, Unfallchirurgie, Gynäkologie und HNO. Darunter fallen kleinere Eingriffe wie beispielsweise Knieoperationen, Behandlung von Leistenbrüchen, Nasenkorrekturen, Venenoperationen, gynäkologische Eingriffe oder Metallentfernungen. Im Jahr 2019 wurden im Krankenhaus Spittal/Drau insgesamt bereits 1.169 tagesklinische Eingriffe durchgeführt. Diese Zahl wird in den kommenden Jahren weiter steigen. Weitere Veränderungen zugunsten tagesklinischer Leistungen In diesem Zusammenhang steht auch die Neugestaltung des gesamten vierten Obergeschosses (Zubau und Bestand im Bauteil NORD), das in Zukunft als OP- und Aufwachbereich dient. Neben den bestehenden vier Operationssälen wird ein fünfter Operationssaal errichtet. Das ermöglicht, einen der Operationssäle speziell für die tagesklinischen Leistungen vorzusehen. Durch die Übersiedelung in den Zubau können Kapazitäten im Warte- und Aufwachbereich ebenso aufgestockt werden. Konkret wird eine neue Holdingarea mit 16 Plätzen eingerichtet, die aufgrund intensiverer Vor- und Nachbereitung im Bereich der Anästhesie platzmäßig notwendig wird. Als Folge der steigenden Anzahl an Operationen ist das komplette dritte Obergeschoss des Zubaus für die neue Zentralsterilisation vorgesehen, die vom vierten Stock ausgelagert wird.

Erhöhte Qualität für die Dialysestation

Um den Standard der bestehenden Dialyse für die steigende Patientenfrequenz (+15% in den vergangen drei Jahren) im Krankenhaus Spittal/Drau zu verbessern, übersiedelt die Dialyse in das zweite Obergeschoss des Zubaus. Im Zuge der Übersiedlung werden 10 Behandlungs- sowie 2 Reserveplätze ebenso wie ein Untersuchungsraum auf dem modernsten medizinischen Standard geschaffen. Der Zugang wird vom bestehenden Krankenhausbereich möglich sein, den Eingang für ambulante Patientinnen und Patienten wird sich die Dialyse mit dem neuen tagesklinischen Bereich teilen. In den freiwerdenden Flächen der Dialyse wird die Endoskopie untergebracht, die von ihrem derzeitigen Standort in der Ambulanz übersiedelt.

Interne Übersiedelungen für optimierte Abläufe 

Im ersten Obergeschoss werden je ein Technik- sowie ein Serverraum untergebracht. Die restliche Etage dient als Reservefläche. Der durch die Auslagerung der Zentralsterilisation freiwerdende Bereich im vierten Obergeschoss des bestehenden Gebäudes dient in Zukunft als Büro- bzw. Lagerfläche, die insbesondere für orthopädische Medizinprodukte dringend gebraucht wird. Im Untergeschoss des Zubaus sind 46 Pkw-Stellplätze ebenso wie Technikräume und ein Lagerraum vorgesehen. Im Bereich vor dem neuen Eingang zur Tagesklinik werden weitere Parkplätze geschaffen.

Inbetriebnahme für Ende 2021 geplant

Mit der Umsetzung ist ein Generalplanerteam unter der Leitung des oberösterreichischen Architekten Hinterwirth beauftragt, die sich, ebenso wie das gesamte Team, durch ihre umfangreiche Erfahrung in der Krankenhausplanung auszeichnen. Regionale Wertschöpfung spielt dabei ebenso eine Rolle: Denn mit einem Standort im Bezirk Spittal kommt nicht nur das Know-how des Generalplaners, sondern auch die Fachexpertise aller anderen am Projekt beteiligten Partner aus der Region.  Anfang dieses Jahres wurden die Entwürfe dieses Generalplanerteams durch die Leitung des Krankenhauses freigegeben. Eine Einreichung bei der Bau- und Sanitätsbehörde folgt in den kommenden Tagen. Vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen ist der Baubeginn für den Mai 2020 vorgesehen. Die bauliche Umsetzung erfolgt in mehreren Bauabschnitten beginnend mit dem Neubau, folgend mit den Adaptierungen des Bestands. Aus heutiger Sicht ist es geplant, alle neuen bzw. neu gestalteten Bereiche bis Dezember 2021 in Betrieb zu nehmen.

Bild 1: Visualisierung des Zubaus (Nordansicht)

Bild 2: Visualisierung des Zubaus und der neuen Parkplätze