












11.07.2025
100 Jahre, 100 Geschichten
In hundert Jahren Krankenhaus Spittal/Drau kommt natürlich einiges zusammen: viele Behandlungen, viele Genesungen, viele Menschen – aber vor allem viele Geschichten!
Einige Erinnerungen von Personen, die das Krankenhaus Spittal/Drau geprägt haben und von ihm geprägt wurden, haben wir hier für Sie aufgezeichnet. Mehr davon und noch viele weitere interessante Einblicke in die Krankenhausgeschichte finden Sie hier: www.khspittal.com/100-jahre
„Damals hatten wir noch Sechs-Bett-Zimmer. Die Betten hatten keine Räder. Da haben wir die Patienten, wenn sie zum Röntgen oder ins Gipszimmer mussten, immer auf eine fahrbare Liege heben müssen. Das war sowohl für den Patienten als auch für die Pflege anstrengend. Da es noch keine Einmalwindeln oder Antidekubitusmatratzen gab, waren wir länger und öfter am Krankenbett. Heute hat eine DGKP viel mehr administrative Tätigkeiten und ihr Aufgabenbereich hat sich sehr erweitert.“
DGKP Eveline Egger
(Pflegeleitung in der Ambulanz von 1987 bis 2017)
„Beeindruckend, wie sich die „Bildgebung“ in den Jahren verbessert hat und alles digital geworden ist. Früher hat man ein analoges Röntgenbild vom Patienten gemacht, hat es ihm in die Hand gedrückt und der ist damit dann zur nächsten Station gegangen. Irgendwann wurde es dann abgelegt und ist in einem Archiv im Keller verschwunden. Wir hatten damals den einzigen Computer. Der war in der Buchhaltung zusammen mit einem Nadeldrucker für die Lohnzettel.“
Helmut Platzer
(Buchhalter seit 1989)
„Ich erinnere mich noch gut, dass wir Kinder immer die Schweine füttern durften. Das war wie unser eigener kleiner Bauernhof. Und wir haben auch das Krankenhausessen zuhause bekommen, das aber gar nicht so ein typisches Krankenhausessen war, wie man es sich vorstellt, sondern immer wirklich sehr gut!“
Doris Samonigg-Lackner, MSc D.O., PT
(Leitung des Therapiezentrums Spittal)
„Beeindruckt war ich am Anfang von den Dimensionen, die so ein Krankenhaus mit sich bringt. Da bestellt man schon einmal 5 Tonnen Kartoffeln. Alleine in der Wäscherei und Näherei haben 16 Personen gearbeitet, in der Küche nochmal 10 und dazu kam dann das Kaffeehaus. Diese vielen Dinge unter einen Hut zu bringen, vor allem auch mit zwei kleinen Kindern, war nicht immer einfach.“
Anna Samonigg
(Leitung der Wirtschaftsabteilung von 1986 bis 2017)
„Früher gab es in Spittal ja noch kein Blutdepot, aber zum Glück hatte ich gute Verbindungen zur Kaserne ein paar Straßen weiter. Wenn wir also spontan mehr Blut gebraucht haben als vorrätig war, hab‘ ich dort angerufen und ruckzuck waren zwei Soldaten da, die dann für eine Jause, ein Stifterl Wein und einen dienstfreien Tag Blut gespendet haben. Das Blutdepot haben wir dann erst später aufgebaut.“
Dr. Reinhold Poppernitsch
(Erster Oberarzt der Anästhesie und Intensivmedizin von 1984 bis 2018)
„1987, als ich anfing, war ich der erst 12. Arzt im Haus. Unsere Weihnachtsfeier passte damals noch gemütlich in einen kleinen Raum in der alten Direktion. Wir waren in Summe, samt Pflege, Küche, Wäscherei und allem Drum und Dran nur 75 Mitarbeiter.“
Dr. Harald Reiter
(Erster Oberarzt der Chirurgie von 1987 bis 2021 und Betriebsratsvorsitzender)
„Ich habe das Krankenhaus ja sozusagen von Kindesbeinen an kennengelernt. Und da war früher schon einiges ziemlich einfach hier im Haus. Die Ordensschwestern haben OP-Handschuhe noch geflickt, aufbereitet und außerhalb des OPs wiederverwendet. Verbände wurden selbst gebastelt, Fingerschienen aus Draht gebogen, Gipsbinden selbst gewutzelt und so weiter. Das geht heute natürlich nicht mehr, aber es wurde immer versucht, kostenbewusste und hochwertige Medizin zu bieten.“
Dr. Gerald Bruckmann
(seit 2005 Medizinischer Direktor, hat sein gesamtes Berufsleben im Krankenhaus Spittal/Drau verbracht)
„Die Schwestern, mit ihren großen weißen Hauben, sind in meinen Kindheitserinnerungen allgegenwärtig. Sie waren in der Pflege, in der Küche, der Wäscherei, eigentlich überall tätig. Und das ja rund um die Uhr, weil sie am Gelände gewohnt haben. Ihr Andenken haben wir in unserer Hauskapelle bewahrt, wo sich heute noch die alten Fresken von Maler Peter Brandstätter aus ihrer Klausur finden.“
Direktor Hermann Samonigg
(Geschäftsführer von 1982 bis 2015)
„Als gebürtiger Spittaler habe ich natürlich viele persönliche Erinnerungen und Beziehungen zum Krankenhaus. Mein Zwillingsbruder und ich sind im Krankenhaus Spittal etwas überraschend auf die Welt gekommen, da es damals ja keinen Ultraschall gab und man von zwei Babys vorher nichts gewusst hatte. Im Volksschulalter sind wir gleichzeitig blinddarmoperiert worden! Als ca. Vierzehnjährige haben wir uns dann in derselben Woche beide den linken Unterschenkel gebrochen. Da wir danach wochenlang mit Gips gehen mussten, konnte uns Zwillinge damals überhaupt niemand mehr auseinanderhalten. Immer waren wir im Krankenhaus Spittal bestens versorgt.“
Dr. Gerhard Dietrich
(Primarius Innere Medizin von 1992 bis 2020)
„Wir hatten sicher eine Umbruchzeit in der Chirurgie. Ich habe praktisch alles miterlebt, vom Ultraschall, über das erste CT und MRT bis hin zur videoassistierten Chirurgie. Hoch spannend!”
Dr. Hartmut Aigner
(Primarius Chirurgie von 1991 bis 2013)
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„Besonders erinnere ich mich noch an einen Tag mit 16 Geburten. Auch diese große Zahl konnten wir unterbringen. Im Jahr waren es sicher so um die 400-500 Geburten und sicher 1.000 Operationen.“
Dr. Heinz Hetzel
(Primarius Gynäkologie und Geburtshilfe von 1993 bis 2011)
Corona 2020 war eine große Herausforderung. Als das losging, war ich gerade im Urlaub. Dann kam der Anruf: „Morgen drehen wir den OP zu!“, das werde ich nie vergessen. Da haben wir dann 280 für Operationen vorgemerkte Patienten durchtelefoniert. Tagelang sind wir da am Telefon gesessen. Das war im März. Als wir dann im Mai wieder angefangen haben zu operieren, hatten wir alles bis Ende Juni aufgeholt.“
Dr. Michael Schubert
(ab 1995 im KH Spittal tätig, von 2005 bis 2020 Primarius Unfallchirurgie)
„Ich finde es besonders schön, dass das Haus unserer Großeltern, mein Elternhaus jetzt sozusagen zum „Kinderhaus“ des Krankenhauses geworden ist, indem wir dort unseren Betriebskindergarten untergebracht haben.“
Mag. Andrea Samonigg-Mahrer
(Geschäftsführerin)
„Nur um ein paar Zahlen zu nennen, die vielleicht illustrieren, wie stark das Krankenhaus alleine in unserem Jahrhundert gewachsen ist: Der Materialaufwand stieg seit 2001 von 2,1 Millionen Euro auf rund 11 Millionen 2024, der Personalaufwand von 17,1 auf rund 45,5 Millionen und die Betriebsleistung von 28 Millionen auf 62,5 Millionen 2023.“
Mag. Robert Erlacher
(Geschäftsführer)
Bild 1: DGKP Eveline Egger, Pflegeleitung in der Ambulanz von 1987 bis 2017
Bild 2: Helmut Platzer, Buchhalter seit 1989
Bild 3: Doris Samonigg-Lackner, MSc D.O., PT, Leitung des Therapiezentrums Spittal
Bild 4: Anna Samonigg, Leitung der Wirtschaftsabteilung von 1986 bis 2017
Bild 5: Dr. Reinhold Poppernitsch, Erster Oberarzt der Anästhesie und Intensivmedizin von 1984 bis 2018
Bild 6: Dr. Gerald Bruckmann, seit 2005 Medizinischer Direktor, hat sein gesamtes Berufsleben im Krankenhaus Spittal/Drau verbracht
Bild 7: Direktor Hermann Samonigg, Geschäftsführer von 1982 bis 2015
Bild 8: Dr. Gerhard Dietrich, Primarius Innere Medizin von 1992 bis 2020
Bild 9: Dr. Hartmut Aigner, Primarius Chirurgie von 1991 bis 2013
Bild 10: Dr. Heinz Hetzel, Primarius Gynäkologie und Geburtshilfe von 1993 bis 2011
Bild 11: Dr. Michael Schubert, ab 1995 im KH Spittal tätig, von 2005 bis 2020 Primarius Unfallchirurgie
Bild 12: Mag. Andrea Samonigg-Mahrer, Geschäftsführerin
Bild 13: Mag. Robert Erlacher, Geschäftsführer
(alle Fotos: Krankenhaus Spittal/Drau)