

15.05.2026
Operationstechnische Assistenz: Ein Beruf mit Verantwortung, Teamgeist und viel Abwechslung
Das Krankenhaus Spittal/Drau erweitert sein Team um eine spannende neue Berufsgruppe: die Operationstechnische Assistenz.
Die erst seit 2022 in Österreich existierende dreijährige Ausbildung bietet eine ausgewogene Mischung aus Theorie und Praxis und bereitet auf eine unterstützende Tätigkeit im Operationssaal vor. Zwei Absolventinnen aus Spittal, Jasmina Skalic und Selina Olsacher, berichten von ihren Erfahrungen.
OKN: Frau Skalic, Sie haben vor Ihrer Ausbildung zur Operationstechnischen Assistentin bereits im Krankenhaus Spittal gearbeitet?
OTA Jasmina Skalic: Ja, ich war in der Verwaltung tätig und unter anderem für die Planung und Belegung der Operationssäle zuständig. Dadurch hatte ich schon früh Einblicke in den OP-Bereich und fand das unglaublich spannend. Als dann eine interne Ausschreibung für diese neue Ausbildung kam, habe ich sofort gewusst, dass ich mich bewerben möchte.
OKN: Frau Olsacher, wie war Ihr beruflicher Weg?
OTA Selina Olsacher: Ich komme ebenfalls aus Spittal und habe zuvor als Ordinationsassistentin gearbeitet. Ich wollte immer schon im medizinischen Bereich arbeiten und besonders der OP hat mich fasziniert. Als ich von der Ausbildung gehört habe, war das für mich die perfekte Gelegenheit.
OKN: Was macht die Arbeit im OP so besonders?
Skalic: Der OP ist ein ganz eigener Bereich. Man arbeitet sehr konzentriert und im Team, jeder Handgriff muss sitzen. Wir sind bei Operationen direkt beteiligt, instrumentieren, assistieren und sorgen dafür, dass alles reibungslos abläuft. Dazu gehört auch die Dokumentation und Lagerung von Patienten. Das alles ist sehr verantwortungsvoll, aber auch unglaublich spannend.
Olsacher: Es ist wie eine eigene kleine Welt. Viele stellen sich den OP vielleicht beängstigend vor, aber es ist ein sehr strukturierter Arbeitsplatz. Gleichzeitig ist kein Tag wie der andere. Diese Abwechslung gefällt mir besonders gut.
OKN: Wie groß ist das Team bei einer Operation?
Olsacher: Das ist unterschiedlich, aber meistens sind mehrere Berufsgruppen beteiligt. Neben den Operateurinnen und Operateuren sind auch Anästhesie, Pflege und wir als OTA im Einsatz. Insgesamt können das sechs bis zwölf Personen sein, die gemeinsam an einem Eingriff arbeiten.
OKN: Wie läuft die Ausbildung zur Operationstechnischen Assistenz ab?
Skalic: Die Ausbildung dauert drei Jahre und ist dual aufgebaut. Das bedeutet, man hat Theorie und Praxis. Am Anfang überwiegt der Unterricht, später ist man viel im Krankenhaus im Einsatz. Wir haben im Bildungscampus in Klagenfurt gelernt und gleichzeitig verschiedene Abteilungen in den KABEG-Häusern und im Krankenhaus Spittal/Drau durchlaufen.
Olsacher: Man sammelt Erfahrungen in vielen Bereichen wie Chirurgie, Gynäkologie oder Unfallchirurgie. Auch Einsätze in der Endoskopie, im Schockraum oder in der Sterilisation gehören dazu. Dadurch bekommt man einen sehr umfassenden Einblick.
OKN: Das klingt nach einer sehr vielseitigen Ausbildung.
Skalic: Absolut. Man lernt viele unterschiedliche Fachbereiche kennen und versteht, wie wichtig das Zusammenspiel aller Beteiligten ist. Am Ende steht eine kommissionelle Abschlussprüfung und man ist diplomierte Operationstechnische Assistentin.
OKN: Wie haben Sie sich die Ausbildung finanziert?
Skalic: Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Ich war zum Beispiel in Bildungskarenz, da ich ja vorher schon im Krankenhaus Spittal gearbeitet habe. Zusätzlich unterstützt das Land Kärnten viele Ausbildungen im Pflege- und Gesundheitsbereich finanziell.
Olsacher: Im zweiten Ausbildungsjahr ist man dann bereits angestellt und verdient auch entsprechend. Nach Abschluss steigt man in ein höheres Gehaltsschema ein. Das zahlt sich also aus!
OKN: Wie erleben Sie die Zusammenarbeit im Krankenhaus Spittal?
Skalic: Sehr positiv. Der Zusammenhalt ist groß und man wird als Teil des Teams geschätzt. Es entstehen nicht nur gute Arbeitsbeziehungen, sondern oft auch echte Freundschaften.
Olsacher: Genau, das Arbeitsklima ist wirklich besonders. Das ist auch ein Grund, warum wir beide gerne hier in Spittal arbeiten.
OKN: Würden Sie diesen Beruf weiterempfehlen?
Olsacher: Auf jeden Fall. Ich habe das auch schon getan. Es wäre schön, wenn noch mehr Menschen diese Ausbildung kennenlernen.
Skalic: Es ist ein anspruchsvoller Beruf, keine Frage. Aber wenn man Interesse an Medizin hat und gerne im Team arbeitet, ist es eine tolle Möglichkeit.
OKN: Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Olsacher: Dass noch mehr Ausbildungsplätze angeboten werden und Interessierte die Chance bekommen, in den OP hineinzuschnuppern.
Skalic: Und dass sich noch mehr Menschen für Gesundheitsberufe entscheiden. Man bekommt viel Unterstützung und kann in einem sicheren und sinnvollen Beruf arbeiten.
Operationstechnische Assistenz (OTA)
Das Wichtigste auf einen Blick:
- Dreijährige Ausbildung nach dem Medizinische Assistenzberufe-Gesetz
- Kombination aus Theorie und umfangreicher Praxis
- Abschluss mit Diplom
Einsatzbereiche:
- Operationssäle in Krankenhäusern
- Endoskopie
- Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte
- Notfallambulanz und Schockraum
Aufgaben:
- Betreuung von Patientinnen und Patienten vor, während und nach Eingriffen
- Vorbereitung von Operationen
- Bereitstellung von Instrumenten und medizinischen Geräten
- Mitverantwortung für einen sicheren und reibungslosen Ablauf im OP
Bild 1: Die ersten beiden Operationstechnischen Assistentinnen im Krankenhaus Spittal/Drau, Jasmina Skalic und Selina Olsacher, haben den OP fest im Griff.
Bild 2: OTA Jasmina Skalic (l.) und OTA Selina Olsacher.
(Fotos: Krankenhaus Spittal/Drau)