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  • Damit es nach dem Krankenhaus gut weitergeht

Sarah Platzner, MA, M.Ed. (links) und Stefanie Sommeregger bilden seit 2025 das Team des Sozialdienstes im Krankenhaus Spittal/Drau.

14.08.2026

Damit es nach dem Krankenhaus gut weitergeht

Die medizinische Behandlung ist abgeschlossen, aber wie geht es zu Hause weiter? Wer organisiert Unterstützung, wenn der Alltag vorübergehend oder dauerhaft nicht mehr allein bewältigt werden kann? 

Der Sozialdienst im Krankenhaus Spittal/Drau begleitet Patientinnen, Patienten und Angehörige bei diesen Fragen. Die Sozialarbeiterinnen Stefanie Sommeregger und Sarah Platzner erklären, warum ihre Arbeit eine wichtige Brücke zwischen dem Krankenhaus und dem Leben danach bildet.

OKN: Frau Sommeregger, Frau Platzner, was ist die zentrale Aufgabe des Sozialdienstes im Krankenhaus Spittal/Drau?
Sarah Platzner: Wir unterstützen Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige dabei, die Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt bestmöglich vorzubereiten. Unser Büro befindet sich direkt im Krankenhaus. Wir teilen uns eine Vollzeitstelle und die Arbeitswoche untereinander auf. Grundsätzlich sind wir für alle Stationen im Haus zuständig.
Stefanie Sommeregger: Der Bedarf ist sehr unterschiedlich. Häufig kommt die Anfrage direkt von einer Station, weil absehbar ist, dass eine Patientin oder ein Patient nach der Entlassung weitere Unterstützung benötigt. Manchmal wenden sich auch Angehörige oder die Betroffenen selbst an uns. Es kann um eine kurzfristige Hilfe nach einem Sturz gehen, aber ebenso um eine dauerhafte Pflege- oder Betreuungslösung.

OKN: Wie können wir uns ein Erstgespräch mit Ihnen vorstellen?
Platzner: Gespräche können bei uns im Büro, direkt auf der Station oder gemeinsam mit den Angehörigen stattfinden. Vieles lässt sich auch telefonisch besprechen. Persönlich ist es jedoch meist einfacher. Besonders dann, wenn Anträge, Unterlagen oder verschiedene Möglichkeiten der weiteren Versorgung erklärt werden müssen.
Sommeregger: Gemeinsam mit der jeweiligen Station schauen wir uns zunächst an, welcher Betreuungsbedarf besteht. Was kann die Patientin oder der Patient noch selbstständig bewältigen? Wobei wird Unterstützung benötigt? Gibt es Angehörige, die helfen können? Wie ist die Wohnsituation? Danach suchen wir das Gespräch mit den Betroffenen und, sofern möglich und gewünscht, mit ihren Angehörigen.

OKN: Nach welchen Kriterien wird entschieden, welche Unterstützung notwendig ist?
Platzner: Jede Situation ist anders. Wir betrachten deshalb nicht nur den Gesundheitszustand, sondern das gesamte Lebensumfeld. Welche Kontakte und Ressourcen sind bereits vorhanden? Gibt es Familienmitglieder, Nachbarn oder andere Bezugspersonen? Besteht schon Kontakt zu einer Pflegekoordination oder zu einem mobilen Dienst? Wichtig ist auch, wie stark sich Angehörige einbringen möchten und wie viel Unterstützung sie tatsächlich übernehmen können. Das ist sehr individuell.
Sommeregger: Wir beraten, zeigen Möglichkeiten auf und stellen die notwendigen Kontakte her. Dabei versuchen wir immer, eine Lösung zu finden, die zur konkreten Lebenssituation des Menschen passt. Wenn bereits Pflegekoordinatorinnen oder Pflegekoordinatoren in der Gemeinde eingebunden sind, tauschen wir uns mit ihnen aus. Sie kennen die Situation vor Ort und können oftmals auch die Wohnverhältnisse direkt einschätzen.

OKN: Welche konkreten Hilfen können Sie organisieren?
Sommeregger: Das Spektrum ist sehr breit. Wir vermitteln Kontakte zu mobilen Pflege- und Betreuungsdiensten, unterstützen bei der Organisation einer 24-Stunden-Betreuung oder bei der Suche nach einem Pflegeheimplatz. Wir helfen auch bei den dafür notwendigen Anträgen. In palliativen Situationen stellen wir den Kontakt zum mobilen Palliativteam her, damit die Begleitung auf der letzten Reise auch gut vorbereitet ist.
Platzner: In vielen Gemeinden gibt es außerdem das Dorfservice. Dort werden unter anderem ehrenamtliche Besuchsdienste oder praktische Hilfen im Alltag angeboten. Wenn die Versorgung zu Hause nicht mehr ausreichend gesichert ist, arbeiten wir auch mit der Bezirkshauptmannschaft und anderen zuständigen Stellen zusammen. Themen wie Erwachsenenvertretung oder Vorsorgevollmacht können ebenfalls Teil unserer Beratung und Weitervermittlung sein, wenn eine Patientin oder ein Patient wichtige Entscheidungen nicht mehr selbst treffen kann.

OKN: Mit welchen Fällen sind Sie im Arbeitsalltag konfrontiert?
Sommeregger: Die Fälle reichen von einer vorübergehend notwendigen Unterstützung bis zu sehr komplexen Betreuungssituationen. Manchmal hat sich der Gesundheitszustand nach einem Sturz oder einer Erkrankung so stark verändert, dass das bisherige Leben zu Hause nicht mehr ohne Hilfe möglich ist.
Platzner: Neben Pflege und Betreuung können auch Demenzerkrankungen, Alkohol- oder Suchterkrankungen und andere soziale Belastungen eine Rolle spielen. Solche Themen hängen häufig eng mit der gesundheitlichen Situation zusammen. Deshalb ist es wichtig, nicht nur ein einzelnes Problem zu betrachten, sondern den Menschen und sein Umfeld als Ganzes.

OKN: Wie eng arbeiten Sie mit den anderen Berufsgruppen im Krankenhaus zusammen?
Platzner: Wir arbeiten sehr interdisziplinär mit Medizin, Pflege, Therapie und Psychologie zusammen. Die Kolleginnen und Kollegen auf den Stationen erleben die Patientinnen und Patienten täglich und können ihre Entwicklung gut einschätzen.
Sommeregger: Der Sozialdienst ist eine wichtige Schnittstelle: innerhalb des Krankenhauses, aber vor allem auch nach außen. Wir bringen die Menschen im Haus mit den passenden Angeboten, Behörden und Organisationen außerhalb des Krankenhauses zusammen. Unser Auftrag endet grundsätzlich mit der Entlassung. Deshalb versuchen wir, alle notwendigen Schritte vorher einzuleiten und die weitere Betreuung gut zu übergeben. Wenn danach noch Fragen zu bereits beantragten Leistungen oder Genehmigungen auftauchen, helfen wir natürlich auch weiter.

OKN: Was ist derzeit die größte Herausforderung?
Sommeregger: Wir kämpfen mit begrenzten Kapazitäten. Mobile Dienste können nicht immer sofort zusätzliche Patienten übernehmen, und auch in Pflegeheimen ist nicht jederzeit ein Platz verfügbar. Besonders herausfordernd ist das, wenn eine medizinisch mögliche Entlassung unmittelbar bevorsteht und sehr rasch eine Lösung gebraucht wird.
Platzner: Aber oft fügt sich am Ende vieles doch noch gut. Das liegt auch an unserem starken Netzwerk mit mobilen Diensten, Anbietern der 24-Stunden-Betreuung, Pflegeheimen, den Pflegekoordinationen der Gemeinden, dem Dorfservice, den Behörden und dem Land Kärnten. Die verlässliche Zusammenarbeit mit all diesen Stellen ist für unsere Arbeit enorm wertvoll.
Sommeregger: Gesundheitliche Situationen können sich außerdem schnell verändern: Manche Patientinnen und Patienten sind zu Beginn des Aufenthaltes in einem sehr schlechten Zustand und erholen sich dann deutlich besser als erwartet. Bei anderen entwickelt es sich leider umgekehrt. Darauf müssen wir flexibel reagieren.

OKN: Was macht Ihre Tätigkeit persönlich mit Ihnen?
Platzner: Natürlich sind auch Fälle dabei, die einen stärker berühren und nach Dienstschluss noch beschäftigen. Wir begegnen täglich Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Besonders herausfordernd ist es, wenn jemand keine Unterstützung annehmen möchte. Dann sieht man Möglichkeiten, kann sie aber nicht wie geplant umsetzen. Die gute Zusammenarbeit mit unseren Kolleginnen und Kollegen im Krankenhaus und auch zwischen uns beiden macht vieles leichter. Man weiß, dass man mit schwierigen Situationen nicht allein ist.
Sommeregger: Unsere Tätigkeit ist sehr umfangreich, abwechslungsreich und natürlich auch fordernd. Die Menschen, die zu uns kommen, befinden sich häufig in einer Ausnahmesituation. Sie brauchen viel Unterstützung und haben verständlicherweise viele Fragen und Sorgen. Wenn es uns gelingt, gemeinsam einen guten Weg zu finden und jemand sicher versorgt das Krankenhaus verlassen kann, gibt einem das sehr viel zurück. 

OKN: Sie beide bilden seit 2025 ein neues Team. Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Platzner: Die Fülle der Aufgaben zeigt, wie wichtig der Sozialdienst als Schnittstelle im Krankenhaus und nach außen ist. Gleichzeitig beschäftigt uns die allgemeine Ressourcenknappheit im Pflege- und Betreuungsbereich. Der Bedarf wird in den kommenden Jahren sicherlich nicht geringer werden. Umso wichtiger ist es, bestehende Netzwerke zu stärken und die verschiedenen Angebote weiterzuentwickeln.


Der Sozialdienst im Krankenhaus Spittal/Drau unterstützt Patientinnen, Patienten und Angehörige unter anderem bei:

  • der Planung der weiteren Versorgung nach der Entlassung
  • der Einschätzung der häuslichen und sozialen Situation
  • der Organisation mobiler Pflege- und Betreuungsdienste
  • Fragen zur 24-Stunden-Betreuung oder zu einem Pflegeheimplatz
  • Anträgen, Unterlagen und notwendigen Genehmigungen
  • der Kontaktaufnahme mit Behörden und externen Organisationen
  • der Einbindung der Pflegekoordination in den Gemeinden
  • der Vermittlung zum Dorfservice oder zum mobilen Palliativteam
  • Fragen zu Erwachsenenvertretung und Vorsorgevollmacht

Der Sozialdienst arbeitet auf allen Stationen des Krankenhauses und eng mit Medizin, Pflege, Therapie und Psychologie zusammen.


Foto: Krankenhaus Spittal

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