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  • Sicher, individuell und einfühlsam: Geburtshilfe rund um die Uhr!

Oberärztin DDr. Corinna Simonini kümmert sich mit ihrem Team der Geburtshilfe um werdende Eltern und natürlich die zukünftigen kleinen Oberkärntnerinnen und Oberkärntner.

11.09.2026

Sicher, individuell und einfühlsam: Geburtshilfe rund um die Uhr!

Eine Geburt ist ein ganz besonderes und sehr persönliches Erlebnis. Im Krankenhaus Spittal/Drau stehen die Wünsche der werdenden Eltern ebenso im Mittelpunkt wie die größtmögliche Sicherheit für Mutter und Kind.

Oberärztin DDr. Corinna Simonini erklärt, welche umfassende Betreuung Familien vor, während und nach der Geburt erwartet und warum sich eine individuelle Geburt und das medizinisch sichere Umfeld eines Krankenhauses keineswegs ausschließen.

OKN: Frau DDr. Simonini, was zeichnet die Geburtshilfe im Krankenhaus Spittal/Drau aus?
DDr. Corinna Simonini: Rund 500 Kinder kommen hier jährlich zur Welt. Betreut werden Geburten ab der vollendeten 36. Schwangerschaftswoche. Ein erfahrenes Team aus Fachärztinnen und Fachärzten, Hebammen, Kinderkrankenschwestern und zwei Kinderärzten begleitet die Familien kompetent und einfühlsam. Für Notfälle stehen außerdem rund um die Uhr Anästhesistinnen und Anästhesisten sowie OP-Personal zur Verfügung.

OKN: Also können Sie schnell reagieren, wenn mal was anders läuft als geplant?
Simonini: So ist es. Die Geburt eines Kindes ist ein wunderschönes und einzigartiges Erlebnis und es ist unser Anspruch, auf die individuellen Wünsche einer jeden werdenden Mutter und eines jeden Paares rund um die Geburt einzugehen. Trotzdem ist die Geburtshilfe auch immer unvorhersehbar und daher ist ein entsprechendes Sicherheitsnetz Grundvoraussetzung. Es gibt einem sozusagen die notwendige Ruhe und Gelassenheit, um noch besser auf die individuellen Wünsche der Frauen einzugehen. Bei uns sind rund um die Uhr Geburtshelferinnen und Geburtshelfer, Hebammen sowie diplomierte Kinderkrankenpflegekräfte vor Ort. Alle beteiligten Berufsgruppen werden regelmäßig und mehrmals jährlich für Kindernotfälle geschult. Auch die Anästhesie und das OP-Team stehen jederzeit zur Verfügung. Sollte ein rasches medizinisches Eingreifen oder ein Notkaiserschnitt notwendig sein, befindet sich der OP-Trakt gleich gegenüber vom Kreißsaal. Dadurch verlieren wir, wenn es notwendig ist, keine wertvolle Zeit. Oberstes Gebot ist stets die Sicherheit und das Wohlergehen von Mutter und Kind, aber natürlich auch, den Eltern ein schönes und möglichst individuelles Geburtserlebnis zu ermöglichen.

OKN: Wie ist das Team der Geburtshilfe aufgestellt?
Simonini: Unser Team besteht aus elf Fachärztinnen und Fachärzten, zwei Assistenzärztinnen, 16 Hebammen, zehn diplomierten Kinderkrankenpflegekräften sowie zwei Kinderärzten. Letztere führen hier bei uns im Haus die notwendigen Untersuchungen an den Neugeborenen durch, wie z.B. Gewichtskontrollen und Ultraschalluntersuchungen oder das Stoffwechselscreening. Da die Kinderärzte exklusiv unsere Wochenbettstation betreuen, bleibt immer ausreichend Zeit für Gespräche mit den Eltern. Gerade beim ersten Kind ist das Entlassungsgespräch hierbei besonders wichtig, weil dabei oft viele Fragen auftauchen, auf die dann individuell eingegangen werden kann.

OKN: Aber Sie sind auch schon vor der Geburt für die Schwangeren da!?
Simonini: Natürlich, unser Angebot beginnt bereits lange vor der Geburt: Ich lerne die Patientinnen oft schon im Rahmen der sogenannten „Screeninguntersuchungen“ kennen, die in der 13. bzw. in der 22. Schwangerschaftswoche stattfinden. In der Schwangerenambulanz stellen sich die Frauen dann oft erstmals zur „Kontaktaufnahme“, ca. 3 Wochen vor dem Geburtstermin, vor. Dort findet dann die Geburtsplanung statt. Schwangere mit Bluthochdruck, Diabetes oder anderen Vorerkrankungen werden teilweise über mehrere Wochen und Monate hier umfassend betreut. Nach der Geburt unterstützen das erfahrene Stationsteam und künftig auch die neue Stillambulanz die Familien beim Start in den neuen Lebensabschnitt.

OKN: Wozu braucht es eine Stillambulanz?
Simonini: Das Thema Stillen beschäftigt sehr viele Mütter. In sozialen Medien, aber auch im Bekanntenkreis entsteht häufig der Eindruck, Stillen funktioniere ganz intuitiv und bei allen anderen augenscheinlich von Anfang an reibungslos – nur bei einem selbst nicht. Die Realität sieht oft anders aus, und das ist bis zu einem gewissen Punkt auch völlig normal. Schmerzen, Schwierigkeiten beim Anlegen oder eine Milchproduktion, die nicht gleich in Gang kommt, können Mütter stark verunsichern. Mir ist bewusst, wie wichtig hier ein leicht zugängliches Angebot ist, bei dem ausreichend Zeit für die persönlichen Fragen und individuellen Probleme der Frauen bleibt. Deshalb starten wir im September als Pilotprojekt eine Stillambulanz. 

OKN: Bei welchen Fragen hilft die Stillambulanz?
Simonini: Das Spektrum reicht von der Vorbereitung auf das Stillen über Schwierigkeiten nach der Geburt bis hin zum Abstillen. Die Frauen werden von zertifizierten Stillberaterinnen kostenlos und in ruhiger Atmosphäre beraten. Das Angebot kann bereits während der Schwangerschaft und natürlich auch nach der Geburt in Anspruch genommen werden. Ein weiterer Vorteil des Angebots im Krankenhaus ist die direkte medizinische Anbindung. Wenn beispielsweise Veränderungen oder Beschwerden an der Brust auftreten, kann bei Bedarf rasch eine Ärztin oder ein Arzt hinzugezogen werden. Interessierte Frauen können sich bei uns melden und einen Termin vereinbaren.

OKN: Viele werdende Eltern wünschen sich eine möglichst natürliche und selbstbestimmte Geburt. Ist das auch im Krankenhaus möglich?
Simonini: Selbstverständlich. In den vergangenen Jahren ist glücklicherweise das allgemeine Bewusstsein dafür gewachsen, dass eine Geburt ein einmaliges, sehr individuelles Erlebnis ist. Manche Eltern glauben, dass Wünsche wie gedämpftes Licht, Musik, bestimmte Düfte oder unterschiedliche Gebärpositionen im Krankenhaussetting nicht möglich sind. Vieles davon können – und WOLLEN wir - aber auch bei uns im Krankenhaus berücksichtigen.

OKN: Was müssen werdende Eltern dafür tun?
Simonini: Wir laden die Eltern ausdrücklich dazu ein, ihre Wünsche im Rahmen der Geburtsplanung oder aber auch direkt während der Geburt zu äußern. Eine Geburt im Krankenhaus bedeutet nicht, dass alles nach einem starren Schema abläuft. Natürlich orientieren wir uns an medizinischen Leitlinien, diese geben uns die notwendige Basis, um Patientinnen adäquat und nach dem heutigen Stand der Wissenschaft fundiert betreuen und behandeln zu können. Entscheidungen werden aber gemeinsam mit den werdenden Eltern getroffen und verständlich besprochen.

OKN: Also alles wie in einem Geburtshaus oder bei einer Hausgeburt?
Simonini: Der entscheidende zusätzliche Sicherheitsaspekt ist, dass wir bei unerwarteten Komplikationen sofort reagieren können. Eine Verlegung und der damit verbundene Zeitverlust entfallen. Das ärztliche Team, die Anästhesie und das OP-Team sind rund um die Uhr im Haus. Dieses medizinische Sicherheitsnetz gibt vielen Familien ein gutes Gefühl. Individualität und Sicherheit schließen einander also nicht aus. Unser Ziel ist es, beides miteinander zu verbinden: ein schönes, individuelles Geburtserlebnis und die Gewissheit, dass bei Bedarf sofort umfassende medizinische Hilfe verfügbar ist.


Geburtshilfe im Krankenhaus Spittal/Drau

  • Rund 500 Geburten pro Jahr
  • Betreuung von Geburten ab der vollendeten 36. Schwangerschaftswoche
  • Geburtshelferinnen und Geburtshelfer, Hebammen sowie Kinderkrankenpflegekräfte rund um die Uhr
  • Kinderärztliche Betreuung jeden Vormittag
  • Anästhesie und OP-Team jederzeit im Haus
  • Regelmäßige Notfalltrainings für das gesamte Team
  • Schwangerenambulanz mit Geburtsplanung und Verlaufskontrollen
  • Pränataldiagnostik und Ultraschall-Screenings bzw. Risikoambulanz
  • Individuelle Gestaltung der Geburt nach Möglichkeit
  • Neue kostenlose Stillambulanz ab September

Foto: KH Spittal

 

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