
Dr. Med. Fenna Beeksma, MSc., betreut die geriatrische Versorgung im Krankenhaus Spittal/Drau gemeinsam mit OA Dr. Michael Koch.

Das Team der Cafeteria LIBERTAS freut sich auf Ihren Besuch!
16.10.2026
"Wir wollen die Lebensqualität älterer Menschen verbessern!"
Eine Erkrankung überstehen, wieder auf die Beine kommen und möglichst selbstständig leben: Für ältere Patientinnen und Patienten hängt das oft eng zusammen.
Im Krankenhaus Spittal/Drau begleitet ein geriatrisches Team Menschen nach einer akuten Erkrankung oder einem Unfall. Geriaterin Fenna Beeksma, MSc. erklärt, warum dabei nicht nur die Diagnose zählt, sondern auch die Frage, wie jemand nach dem Krankenhausaufenthalt leben möchte. Die gebürtige Niederländerin ist Fachärztin für klinische Geriatrie in ihrem
Heimatland und seit rund zwei Jahren Assistenzärztin für Innere Medizin im Krankenhaus Spittal/Drau.
OKN: Was hat Sie und Ihre Familie nach Kärnten geführt?
Dr. Med. Fenna Beeksma, MSc.: Mein Mann und ich hatten schon lange den Wunsch, einmal in Österreich zu leben. Wir mögen die Natur, die Berge und die Ruhe. In den Niederlanden hatten
wir ein schönes Leben, aber der Wunsch, etwas Neues in einem anderen Land zu erleben, war stark. Als sich die berufliche Möglichkeit in Spittal ergeben hat, haben wir uns für den Umzug entschieden. Heute wohnen wir dort, wo andere Urlaub machen. Es gefällt uns sehr gut.
OKN: Sie haben in den Niederlanden bereits als Geriaterin gearbeitet. Was umfasst dieses Fachgebiet?
Beeksma: Kurz gesagt: Geriatrie will die Lebensqualität älterer Menschen verbessern. Wir schauen uns nicht nur eine einzelne Erkrankung an, sondern den ganzen Menschen mit allem, was ihn gesundheitlich und im Alltag beschäftigt. Jemand kann zum Beispiel wegen einer Lungenentzündung ins Krankenhaus kommen und zugleich Herzprobleme haben, schlecht zu Fuß sein oder
Schwierigkeiten mit dem Gedächtnis entwickeln. Solche Dinge beeinflussen einander. Deshalb müssen wir sie auch zusammen betrachten.
OKN:Warum ist das gerade bei älteren Menschen so wichtig?
Beeksma: Viele unserer Patientinnen und Patienten haben mehrere Erkrankungen und nehmen verschiedene Medikamente ein. Mit dem Alter verändert sich auch, wie der Körper diese Medikamente
verarbeitet. Die Nieren und die Leber arbeiten möglicherweise anders als früher und es können neue Nebenwirkungen auftreten. Gleichzeitig kann es schwerer werden, sich zu bewegen, sich zu waschen oder andere Dinge des täglichen Lebens selbst zu erledigen. Wir fragen daher nicht nur: Welche Krankheit liegt vor? Wir fragen auch: Was kann dieser Mensch noch selbst? Wobei braucht er Unterstützung? Aber vor allem: Was würde seine Lebensqualität verbessern?
OKN:Wie finden Sie Antworten auf diese Fragen?
Beeksma: Wir sprechen mit den Patientinnen und Patienten über die Beschwerden, führen eine allgemeine körperliche Untersuchung und gegebenenfalls Blutuntersuchung oder Röntgenuntersuchung durch. Wir beurteilen auch, ob die verschriebenen Medikamente passend sind. Außerdem arbeiten wir als Team. Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Physiotherapie,
Ergotherapie, Diätologie, Logopädie, Sozialdienst und bei Bedarf weitere Berufsgruppen bringen ihre Sicht ein. Daraus machen wir dann gemeinsam einen Behandlungsplan.
OKN: Welche Möglichkeiten bietet die Akutgeriatrie im Krankenhaus Spittal/Drau?
Beeksma: Unser Department für Akutgeriatrie und Remobilisation hat 24 Betten und wird von OA Dr. Michael Koch geleitet. Häufig kommen Menschen zu uns, deren akute Erkrankung oder Verletzung zunächst auf einer anderen medizinischen Abteilung behandelt wurde. Danach brauchen sie noch medizinische Betreuung und Zeit, um wieder Kraft und Sicherheit im Alltag zu gewinnen. Auf unserer Station können wir beides verbinden und letzteres vorbereiten.
OKN: Wie sieht ein Aufenthalt dort aus?
Beeksma: Das richtet sich nach dem einzelnen Menschen. Die Grundlage ist aber immer die ärztliche und pflegerische Betreuung. Manche brauchen vor allem Bewegungstraining, andere auch
ergotherapeutische Unterstützung bei Tätigkeiten des Alltags oder Beratung zur Ernährung. Auch psychologische Unterstützung kann wichtig sein. Ein Aufenthalt dauert meist um die zwei Wochen. Entscheidend ist, welche Fortschritte jemand macht und was für die Zeit nach dem Krankenhaus notwendig ist. Unser Ziel ist, dass die Patientinnen und Patienten mit möglichst guten Voraussetzungen wieder in die eigene Wohnumgebung zurückkehren.
OKN: Gibt es ein Mindestalter für die Behandlung?
Beeksma: Die meisten Menschen, die wir betreuen, sind über 75 Jahre alt. Eine starre Altersgrenze gibt es aber nicht. Wir beurteilen den Bedarf individuell. Das Geburtsdatum allein sagt wenig
darüber aus, wie selbstständig jemand ist oder welche Unterstützung er nach einer Erkrankung braucht.
OKN: Was passiert, wenn jemand zu Hause noch Therapie benötigt?
Beeksma: Dafür gibt es am Krankenhaus Spittal/Drau die ambulante geriatrische Remobilisation. Dabei kommen Fachkräfte zu den Menschen nach Hause und trainieren mit ihnen in ihrer gewohnten
Umgebung. Das ist sehr sinnvoll, weil wir direkt dort arbeiten können, wo im Alltag Schwierigkeiten auftreten. Es macht einen Unterschied, ob jemand auf der Station einige Schritte gehen kann oder ob er daheim sicher ins Badezimmer kommt. Je nach Bedarf sind unter anderem Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie beteiligt. Eine solche Betreuung kann nach einem Krankenhausaufenthalt
organisiert werden. Die Zuweisung kann aber auch über die Hausärztin oder den Hausarzt erfolgen.
OKN: Sie betreuen außerdem ältere Menschen auf der Unfallchirurgie mit. Was ist Ihre Aufgabe dort?
Beeksma: Seit ungefähr einem Jahr betreue ich Patientinnen und Patienten ab 75 Jahren, die einen Oberschenkelbruch erlitten haben, gemeinsam mit dem Team der Orthopädie und Traumatologie. Wir schauen früh, welche zusätzlichen Risiken es vor und nach einer Operation gibt und wie wir diese möglichst gering halten können. Dazu gehören zum Beispiel Fragen der Ernährung, der Mobilität und Selbstständigkeit aber auch, ob es bereits eine Art von Vergesslichkeit gibt. Eine Operation ist für ältere Menschen oft eine große Belastung. Wenn wir ihre gesamte Situation im Blick behalten, können wir die Behandlung besser auf sie abstimmen.
OKN: Ein Thema ist dabei auch die plötzliche Verwirrtheit, Fachbegriff „Delir“. Was steckt dahinter?
Beeksma: Bei älteren Menschen kann während einer akuten Erkrankung oder eines Krankenhausaufenthalts ein Delir auftreten. Sie sind dann plötzlich verwirrt, unruhig oder ungewöhnlich still. Das kann viele Ursachen haben und ist für die Betroffenen und ihre Angehörigen belastend. Wir achten auf mögliche Risiken und arbeiten daran, vorbeugende Maßnahmen im Haus weiter auszubauen. Wichtig ist, Veränderungen früh zu bemerken und die Ursachen zu behandeln.
OKN: Was bedeutet der Fokus auf die Lebensqualität für Ihre medizinischen Entscheidungen?
Beeksma: Glücklicherweise ist medizinisch heute sehr viel möglich. Trotzdem sollten wir nicht automatisch jede mögliche Behandlung durchführen. Wir müssen mit dem Menschen besprechen, welchen Nutzen eine Maßnahme für ihn persönlich hat und welche Belastung sie mit sich bringt. Manchmal ist eine Operation der richtige Weg. Manchmal hilft eine kleinere Veränderung, etwa bei
den Medikamenten, mehr. Die Patientinnen und Patienten sollen verstehen, welche Möglichkeiten es gibt, und gemeinsam mit uns entscheiden können.
OKN: Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit besonders?
Beeksma: Jeder Mensch bringt eine andere Geschichte, andere Erkrankungen und andere Wünsche mit. Genau das macht die Geriatrie für mich so interessant. Besonders schön ist es, wenn wir im
Team sehen, was sich für einen Patienten oder eine Patientin verbessert hat: Jemand kann wieder sicherer gehen, kommt zu Hause besser zurecht oder gewinnt Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten
zurück. Das sind gemeinsame Erfolge. Wir haben auf unserer Station ein sehr motiviertes und patientenorientiertes Team. Diese Zusammenarbeit macht mir Freude und gibt mir jeden Tag neue Energie, in die Arbeit zu gehen.
OKN: Wird die Geriatrie künftig noch wichtiger werden?
Beeksma: Ja. Es gibt immer mehr ältere Menschen, und damit wächst auch der Bedarf an einer Betreuung, die mehrere Erkrankungen und die Lebenssituation zugleich berücksichtigt. Dafür braucht
es Zeit, Zusammenarbeit und entsprechende Ressourcen. Im Mittelpunkt steht für mich aber immer dieselbe Frage: Wie können wir diesem Menschen helfen, möglichst gut zu leben?
Neues Leben in der Cafeteria „LIBERTAS“ im Krankenhaus Spittal/Drau!
Seit September führen die Wirtsleute vom Bistro Spuntino beim OBI in Spittal auch die im Krankenhaus befindliche Cafeteria LIBERTAS. „Wir wollen den Patienten die Zeit verkürzen, den Mitarbeitern
eine gemütliche Pause und den Besuchern ein paar schöne Stunden mit ihren Lieben ermöglichen“, freuen sich Gabi und Kurt Rieger mit Team auf erfüllende Zeiten.
In der Cafeteria werden kleine Imbisse, perfekter Kaffee und eine gediegene Auswahl an Kuchen und Torten angeboten. Aber auch für den großen Hunger ist man im Libertas gerüstet. Neben
Klassikern wie Bernerwürstl, Kasnudel oder dem Nudeltrio avancierten der „Samonigg Spezialtoast“ und der „Salatteller Libertas“ bereits zu absoluten Rennern.
Geöffnet ist täglich von 10 bis 18 Uhr, Mittwoch Ruhetag und (vorerst noch) Sonn- und Feiertag geschlossen. „Derzeit überbrücken wir die freien Tage noch mit einem Snackautomaten, der zumindest
eine gewisse Grundversorgung sicherstellt. Wenn sich das Geschäft aber weiter so positiv entwickelt, wird es sonntags in der Besuchszeit Snacks, Kaffee und Kuchen bzw. Torten geben“, erklärt
Kurt Rieger und freut sich mit seinem Team auf Ihren Besuch. Denn das Motto von Gabi und Kurt Rieger lautet wie schon immer: „Wir gfrei´n uns auf Eich!"
Fotos: KH Spittal / G. und K. Rieger